Die zwei Parallelen
Aus CMO
Es gingen zwei Parallelen
ins Endlose hinaus,
zwei kerzengerade Seelen
und aus solidem Haus.
5Sie wollten sich nicht schneiden
bis an ihr seliges Grab:
das war nun einmal der beiden
geheimer Stolz und Stab.
Doch als sie zehn Lichtjahre
10gewandert neben sich hin,
da war's dem einsamen Paare
nicht irdisch mehr zu Sinn.
War'n sie noch Parallelen?
Sie wußten's selber nicht, -
15sie flossen nur wie zwei Seelen
zusammen durch ewiges Licht.
Das ewige Licht durchdrang sie,
da wurden sie eins in ihm;
die Ewigkeit verschlang sie,
20als wie zwei Seraphim.
| Werkgruppe | Humoristische Lyrik |
| Werkbereich | Nachlese zur Galgenpoesie - Galgenlieder nebst anderem |
| Zyklus | – |
| Zyklusnummer | – |
| Titel | Die zwei Parallelen |
| Textanfang | Es gingen zwei Parallelen |
| Zitiert aus | SA Band III Humoristische Lyrik, S. 228 |
| Kommentar aus | SA Band III Humoristische Lyrik, S. 757-758 |
| Überlieferung | T 1908-III, Bl. 21 |
| Datierung | Der SA-Kommentar schreibt: Die erste handschriftliche Fassung ist CMs Freund Heinrich Fricke (Architekten und Maler) gewidmet: s./l. Heinrich Fricke. (Vielleicht als Asti Nachblüte) zum 25./26.IX. 08. Chr. M*. Der Kommentzar selbst datiert das gedicht auf den 26. September 1908. |
| Druck | Licht und Schatten (Zeitschrift) I (1910) Nr. 24 |
| Gemeinfrei | ja |
| Volltext | siehe Unterseite |
| ID | HUM-SA-03-07-0119 |