Die Schwestern
Aus CMO
Die Kanone sprach zur Glocke:
"Immer locke, immer locke!
Hast dein Reich, wo ich es habe,
hart am Leben, hart am Grabe.
5Strebst umsonst, mein Reich zu schmälern,
bist du ehern, bin ich stählern.
Heute sind sie dein und beten
morgen sind sie mein und - töten.
Klingt mein Ruf auch unwillkommen,
10keiner fehlt von deinen Frommen.
Beste, statt uns zu verlästern,
laß uns einig sein wie Schwestern!"
Drauf der Glocke dumpfe Kehle:
"Ausgeburt der Teufels-Seele,
15wird mich erst der Rechte läuten,
wird es deinen Tod bedeuten."
| Werkgruppe | Humoristische Lyrik |
| Werkbereich | Nachlese zur Galgenpoesie - Galgenlieder nebst anderem |
| Zyklus | – |
| Zyklusnummer | – |
| Titel | Die Schwestern |
| Textanfang | Die Kanone sprach zur Glocke |
| Zitiert aus | SA Band III Humoristische Lyrik, S. 243 |
| Kommentar aus | SA Band III Humoristische Lyrik, S. 765 |
| Überlieferung | – |
| Datierung | Der SA-Kommentar datiert nicht. Aufgrund des Erscheinungsdatums des Erstdruckes schließt CMO, dass das Gedicht vor Oktober 1911 erschienen. |
| Druck | Licht und Schatten (Zeitschrift) II (1911) Nr. 1 |
| Gemeinfrei | ja |
| Volltext | siehe Unterseite |
| ID | HUM-SA-03-07-0144 |