Der Hahn
Aus CMO
Zu Basel warf einst einen Hahn
der hohe Magistrat ins Loch,
dieweil er eine Tat getan,
die nach des Teufels Küche roch.
5Er hatte, wider die Natur,
ein Ei gelegt, dem Herrn zum Trotz!
Doch nicht genug des Frevels nur, -
er schien auch reulos wie ein Klotz.
So ward er vor Gericht gestellt,
10verhört, gefoltert und verdammt,
und Rechtens dann, vor aller Welt,
ein Holzstoß unter ihm entflammt.
Der Hahn schrie kläglich Kikriki,
der Basler Volk sang laut im Kreis.
15Doch plötzlich rief wer: Auf die Knie!
Gottlob! jetzt schrie er - Kyrieleis!
| Werkgruppe | Humoristische Lyrik |
| Werkbereich | Nachlese zur Galgenpoesie - Galgenlieder nebst anderem |
| Zyklus | Fünf Teufelslegendchen |
| Zyklusnummer | – |
| Titel | Der Hahn |
| Textanfang | Zu Basel warf einst einen Hahn |
| Zitiert aus | SA Band III Humoristische Lyrik, S. 221 |
| Kommentar aus | SA Band III Humoristische Lyrik, S. 752-753 |
| Überlieferung | T 1908-09-I, Bl. 16 und |
| Datierung | Der SA-Kommentar schreibt: Datierbar vermutlich Februar 1908. |
| Druck | Neue Revue (Zeitschrift) I (2. Septemberheft 1908), S. 1651 |
| Gemeinfrei | ja |
| Volltext | siehe Unterseite |
| ID | HUM-SA-03-07-0108 |