In dem Ofen, in dem Ofen oT
In dem Ofen, in dem Ofen
sitzen sieben kleine Zofen,
sie strählen dem Feuer sein güldnes Haar,
das Feuer aber singt wunderbar.
5Es singt wie jemand, der nicht lang lebt
und Unerhörtes zu künden strebt.
Verworren rauscht es
wie dunkler Sturm,
wie fernerlauschtes
10Geläut vom Turm.
Sehnsüchtig klagt es,
wie Leidenschaft jagt es.
Noch einmal lohet es,
ein Geysir Lichts,
15dann züngelt tot es
zurück ins Nichts.
In dem Ofen, in dem Ofen
sitzen sieben kleine Zofen;
sie streuen ihr Haar mit Asche weiß,
20die jungen Körperlein werden greis.
[...]
In dem Ofen, in dem Ofen
sitzen sieben Philosophen.
Sie haben es alle furchtbar heiß,
doch philosophieren sie über das Eis,
25wie es zu fabrizieren wär,
just mitten in der Feuersphär'.
Zuletzt langt einer aus seinem Hirn
einen Gedanken wie eine geschmorte Birn'
und wenn du diesen Gedanken verspeist,
30dann wirst du auch so ein Feuergeist.
| Werkgruppe | Humoristische Lyrik |
| Werkbereich | Nachlese zur Galgenpoesie - Galgenlieder nebst anderem |
| Zyklus | – |
| Zyklusnummer | – |
| Titel | – |
| Textanfang | In dem Ofen, in dem Ofen |
| Zitiert aus | SA Band III Humoristische Lyrik, S. 190-191 |
| Kommentar aus | SA Band III Humoristische Lyrik, S. 732-733 |
| Überlieferung | T 1906, Bl. 136 f. |
| Datierung | Der SA-Kommentar schreibt: Datierbar Januar oder Februar 1906. |
| Druck | SA Band III Humoristische Lyrik, S. 190-191 |
| Gemeinfrei | ja |
| Volltext | siehe Unterseite |
| ID | HUM-SA-03-07-0059 |