Droschkengauls Wintertrost
Aus CMO
Ich stoße Dampf aus Haut und Nase,
der Frost entwickelt meine Gase.
Ich dringe in die Atmosphäre -
als wär ich eine Mondhof-Mähre.
5Es fehlt nur, daß ich blutig glute,
so wär ich eine Nordlicht-Stute. -
Ja, raucht' ich hint' im Fixsternhimmel, -
ich wär ein Vollmilchstraßennebelschimmel!
II
An einem Stein bin ich verankert.
Warum? Weil ich ein Maultierbankert?
Doch nicht an dem genug. O nein!
Ich ziehe auch noch diesen Stein.
5So muß ich, fremde Schuld zu sühnen,
der Gasse zum Gelächter dienen?
Bin ich ein Schiff, vom Sturm bedräut,
daß man mit Kette mich vertäut?
Das Schlimmste aber: ich muß ihn
10samt Milch und Kutscher auch noch ziehn.
[...]
| Werkgruppe | Humoristische Lyrik |
| Werkbereich | Nachlese zur Galgenpoesie - Galgenlieder nebst anderem |
| Zyklus | – |
| Zyklusnummer | – |
| Titel | Droschkengauls Wintertrost |
| Textanfang | Ich stoße Dampf aus Haut und Nase |
| Zitiert aus | SA Band III Humoristische Lyrik, S. 236 |
| Kommentar aus | SA Band III Humoristische Lyrik, S. 762 |
| Überlieferung | T 1909-I, Bl. 24 f. |
| Datierung | Der SA-Kommentar schreibt: Das Fragment gebliebene Gedicht ist vermutlich im Januar 1909 entstanden. |
| Druck | Alle Galgenlieder (1932), S. 209 |
| Gemeinfrei | ja |
| Volltext | siehe Unterseite |
| ID | HUM-SA-03-07-0131 |