An denselben
Aus CMO
Nur eines laß den Scheidenden dich bitten:
Tu ohne Reue, was du immer tust!
Ich will, daß du des Nachts in Frieden ruhst. -
sonst haben beide wir umsonst gelitten.
5 War’s not, daß du das Tafeltuch zerschnitten,
ist Bruch mit mir, darauf dein Leben fußt. -
verwirr dich nicht in Gramgedankenwust!
Was du erstrittst, hab reuelos erstritten!
Genieße deines Wollens Frucht in Kraft,
10 verhüll gleich mir des Einst verschlungne Tage:
Daß jeder so, gesund in Schaft und Saft,
ein starker, grader Stamm gen Himmel rage.
Vernichten hieß dich deine Leidenschaft -:
So schreit in Schönheit, ohne Reu und Klage!
| Werkgruppe | Lyrik |
| Werkbereich | Ich und die Welt |
| Zyklus | – |
| Zyklusnummer | – |
| Titel | An denselben |
| Textanfang | Nur eines laß den Scheidenden |
| Zitiert aus | SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 284, 285 |
| Kommentar aus | SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 872 |
| Überlieferung | – |
| Datierung | spätestens 1898; hilfsweise eingeordnet ab 1887 |
| Erstdruck | Ich und die Welt (1898) S. 136. |
| Gemeinfrei | ja |
| Rezeptionen: künstlerisch | – |
| Rezeptionen: wissenschaftlich | – |
| Rezeptionen: Buchausgaben | – |
| Rezeptionen: weiteres | – |
| Kommentar | – |
| Volltexterfassung | siehe Unterseite |
| ID | LYR-SA-01-05-0117 |