Ἄσβεστος γέλως
Aus CMO
Die Tage der Gläubigen
uralten Wahns
sind dahin!
Unauslöschlich Gelächter
5 grüßt,
was sie lassen und tun.
Am Sonnenhimmel
schaun sie noch immer
schwärzliche Punkte
10 und sprechen: "Seht!
Gottes Finger
deuten auf uns!"
Wissen sie nicht,
daß sie Flecken des eigenen Augs
15 anbeten?
Rührendem Schauspiel
lohnt
unauslöschlich Gelächter.
Bändigen
20 wolln sie den Huf der Zeit,
mit Spruch und Fluch
bannen das steigende Roß,
drauf frühlingsgewaltig
der freie Geist,
25 der Zukunft König,
einherbraust!
Weh den Zermalmten!
Ihr Ende
umschallt
30 unauslöschlich Gelächter.
Hören sie nichts?
Vom Aufgang zum Niedergang
lacht es ja unablässig,
grüßt,
35 was sie lassen und tun,
unauslöschlich Gelächter.
| Werkgruppe | Lyrik |
| Werkbereich | Ich und die Welt |
| Zyklus | – |
| Zyklusnummer | – |
| Titel | Ἄσβεστος γέλως |
| Textanfang | Die Tage der Gläubigen |
| Zitiert aus | SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 245, 246 |
| Kommentar aus | SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 859 |
| Überlieferung | – |
| Datierung | – |
| Erstdruck | Ich und die Welt (1898) S. 65f. |
| Gemeinfrei | ja |
| Rezeptionen: künstlerisch | – |
| Rezeptionen: wissenschaftlich | – |
| Rezeptionen: Buchausgaben | – |
| Rezeptionen: weiteres | – |
| Kommentar | siehe Unterseite |
| Volltexterfassung | siehe Unterseite |
| ID | LYR-SA-01-05-0049 |