Der Wissende

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Wer einmal frei
vom großen Wahn
ins leere Aug
der Sphinx geblickt,
5 vergißt den Ernst
des Irdischen
aus Überernst
und lächelt nur.
Ein Spiel bedünkt
10 ihn nun die Welt,
ein Spiel er selbst
und all sein Tun.
Wohl läßt er’s nicht
und spielt es fort
15 und treibt es zart
und klug und kühn -
doch lüftet ihr
die Maske ihm:
er blickt euch an
20 und lächelt nur.
Wer einmal frei
vom großen Wahn
ins leere Aug
der Sphinx geblickt,
25 verachtet stumm
der Erde Weh,
der Erde Lust,
und lächelt nur.


Lyrik | Ich und die Welt
Widmung (Ich und die Welt) | Vorwort (Ich und die Welt) | Motto (Ich und die Welt) | Jünglings Absage | Caritas, caritatum caritas | O - raison d'esclave | Gebt mir ein Roß... | Frühling | Das Königskind | Leise Lieder... | Frohsinn und Jubel... | Was rufst du... | Nun hast auch du... | Winternacht | Ein Wunsch | Als ich einen Lampenschirm mit künstlichen Rosen zum Geschenk erhielt | Entwickelungs-Schmerzen | Schicksals-Spruch | Frage ohne Antwort | Wohin? | Inmitten der großen Stadt | Am Meer | Vaterländische Ode | Der einsame Christus | Der Blick | Der Wissende | Das Auge Gottes |

Stimmungen vor Werken Michelangelos: Der Abend | Ein Sklave |
Frühlingsregen | Abend am See | So möcht ich sterben...
Schicksale der Liebe: I Ich stand, ein Berg oT | II Wir sind zwei Rosen oT
Casta regina! | Prometheus | Hymnus des Hasses | Wenn du nur wolltest | Der Spieler | Im Eilzug | An Friedrich Nietzsche | Odi profanum... | An Sirmio | Auf der Piazza Benacense | Fliegendes Blatt | Übermut | Bahn frei! | Per exemplum | Ἄσβεστος γέλως | Botschaft des Kaisers Julian an sein Volk | Auf mich selber
Übern Schreibtisch: I Bau dich nur an in deiner Welt oT | II Willst du fest und fördernd leben oT
Vor alle meine Gedichte | Wir Lyriker | Pöblesse obligée | Einigen Kritikern | Kriegerspruch
Herbst: Hörst du die Bäume im Windstoß zischen oT | II Ihr Götter der Frühe oT | III Der graue Herbst oT
Ein fünfzehnter Oktober Vier Abendstimmungen am (53.) Geburtstag Friedrich Nietzsches: I Urplötzlich - durch Vorhangspalten oT | II Was wollt ihr doch oT | III Wahrt euer Mitleid für euch oT | IV Und da ich nun so frei oT
Und so hebe dich denn... | Die Kinder des Glücks | Gefühl | Bei einer Sonate Beethovens | Vor die vier Sätze einer Symphonie | Kinderliebe |
"Aber die Dichter lügen zu viel": Der Dichter muß oT | Habe Lust oT |
Glück | Macht-Rausch | Präludium | Wo bist du... | Gleich einer versunkenen Melodie... |
Gesellschaft: I Aus der Gesellschaft | II Jene schmerzlichen Stimmungen |
Lieder! | Ewige Frühlingsbotschaft | An Mutter Erde |
Aus einer Liedergruppe Ein Sommerabend: Feierabend | Volkslied |
Geheime Verabredung | Erntelied | Der Abend | Nachtwächterspruch | O Friede! | Erden-Wünsche | Eins und alles | Ob sie mir je Erfüllung wird... | Künstler-Ideal | An meine Seele | Mondstimmung | An die Wolken | Vor Strindbergs "Inferno" | Ne quid nimis! | Quos ego! | Natura abundans | Du trüber Tag... | Konzert am Meer | Der freie Geist | Nur wer... | Die Luft ward rein... | Aus Religion | Ja trutze nur... | Morgenstimmung | Weiße Tauben | Allein im Gebirg | Abendpromenade | Görlitzer Brief | An die Moral-Liberalen | An N. | An ** | An denselben | Lebensluft | Stilles Reifen | Mensch Enkel | Abendläuten | Oh zittre mir nicht so... |
Lebens-Sprüche: Mag noch so viel | In allem pulsieren |
Was mir so viel vom Tage stiehlt... | Wohl kreist verdunkelt oft der Ball... | Singende Flammen | Moor | Nächtliche Bahnfahrt im Winter | Dunkle Gäste | Begegnung | Dunst | Ohne Geige | Venus Aschthoreth | Reine Freude | An die Messias-Süchtigen | Ersehnte Verwandlung | Mitmenschen | Und bricht einmal dein volles Herz oT | Daß er so wenig weiß und kann oT | Die russische Truhe | Vorfrühling | Thalatta! | Zum II. Satz (Andante con moto) von Beethovens Appassionata | Eine junge Witwe singt vor sich hin | Mir kommt ein altes Bergmannslied zu Sinn | Du dunkler Frühlingsgarten...
Zur Textgestalt der Stuttgarter Ausgabe | Auf vielen Wegen - Ich und die Welt - Eine Einführung


Werkgruppe Lyrik
Werkbereich Ich und die Welt
Zyklus
Zyklusnummer
Titel Der Wissende
Textanfang Wer einmal frei vom großen Wahn
Zitiert aus SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 226, 227
Kommentar aus SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 851
Überlieferung Einzelblatt, handschriftlich, im Archiv des Piper-Verlags.
Datierung 11.5.1896
Erstdruck Ich und die Welt (1898) S. 36
Gemeinfrei ja
Rezeptionen: künstlerisch
Rezeptionen: wissenschaftlich
Rezeptionen: Buchausgaben
Rezeptionen: weiteres
Kommentar
Volltexterfassung siehe Unterseite
ID LYR-SA-01-05-0026