Ewige Frühlingsbotschaft
Sieh mit weißen Armen, schwellenden Brüsten,
purpurnen Lippen, blitzenden Augen dort
der jungen Weiber hold erregte Reigen
aus den immergrünen Toren der Jugend,
5 gleich aus brechenden Körben rollenden Früchten,
quellen — strömen — — sich ergießen — — —
des Lebens unversiegliche Bürgschaft selber.
Und du stürzest nieder in deiner Kraft,
und besiegt vom Zauber unendlicher Anmut,
10 lässest du willenlos dich mit Rosenbanden
fesseln, und durch den zierlichen Fuß der Erwählten
küssest und wirkst du mit neuen Gelöbnissen dich
an den gütigen Schoß deiner ewigen Mutter.
Aus den immergrünen Toren der Jugend
15 wiegen jungfräuliche Reigen sich
in die grauen Gefilde der Welt.
Und es zittert die keusche Myrte,
und unruhig atmet die Rose,
wenn im hohen Äthergewölbe
20 die Kerzen der Nacht aufflammen.
| Werkgruppe | Lyrik |
| Werkbereich | Ich und die Welt |
| Zyklus | – |
| Zyklusnummer | – |
| Titel | Ewige Frühlingsbotschaft |
| Textanfang | Sieh mit weißen Armen |
| Zitiert aus | SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 262, 263 |
| Kommentar aus | SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 866 |
| Überlieferung | Einzelblatt, handschriftlich, innerhalb des Manuskripts Unter der Dorflinde. Ein Singspiel (Liederspiel) |
| Datierung | – |
| Erstdruck | Ich und die Welt (1898) S. 98. Auf vielen Wegen (1911) S. 24. |
| Gemeinfrei | ja |
| Rezeptionen: künstlerisch | – |
| Rezeptionen: wissenschaftlich | – |
| Rezeptionen: Buchausgaben | – |
| Rezeptionen: weiteres | – |
| Kommentar | – |
| Volltexterfassung | siehe Unterseite |
| ID | LYR-SA-01-05-0082 |