Dunkle Gäste
Aus CMO
Was willst du, Vogel mit der müden Schwinge, -
du pochst umsonst der Seele Glasvisier;
du willst, daß ich dein Lied der Klage singe,
ich aber will, du sterbest außer mir.
5 Sieh, in mir ist es wie ein Turm am Meere,
der seine Flammen in die Ferne brennt,
daß manches Tier aus all der dunklen Leere
ihm zuschwebt übers schwanke Element.
Allein umsonst: An seinen starken Scheiben
10 erlahmt der dunklen Gäste kranke Sucht, -
sieh, meine Flammen wollen golden bleiben,
sie sind kein Herd für trüber Wandrer Flucht.
| Werkgruppe | Lyrik |
| Werkbereich | Ich und die Welt |
| Zyklus | – |
| Zyklusnummer | – |
| Titel | Dunkle Gäste |
| Textanfang | Was willst du, Vogel |
| Zitiert aus | SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 290 |
| Kommentar aus | SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 875 |
| Überlieferung | – |
| Datierung | spätestens 1898; hilfsweise eingeordnet ab 1887 |
| Erstdruck | Ich und die Welt (1898) S. 149. |
| Gemeinfrei | ja |
| Rezeptionen: künstlerisch | – |
| Rezeptionen: wissenschaftlich | – |
| Rezeptionen: Buchausgaben | – |
| Rezeptionen: weiteres | – |
| Kommentar | – |
| Volltexterfassung | siehe Unterseite |
| ID | LYR-SA-01-05-0131 |