Was rufst du...

Aus CMO

Was rufst du, traurig Herz! sei still!
Es kann nicht sein -
ergib dich drein.
Es kann nicht alles also sein,
5 wie deine Sehnsucht will.

Nimm Abschied, Herz, von deinem Traum,
er war zu schön.
Von lichten Höhn
wieder hinab
10 ins einsame Grab!
Schau, dort fliegt’s,
was du geträumt...
Die Welle wiegt’s
hinab zu Tal... -

15 Zerschäumt, zerschäumt!
Es war einmal...
O Dunst und Schaum!
Nimm Abschied, Herz, von deinem Traum,
er war zu schön.

20 Weine, mein Herz, soviel du magst,
klag und wein!
Es wird dein letztes Weinen sein
auf lang.
Ich weiß, daß du nicht fürder klagst,
25 wenn dieser Schmerz sich niederzwang.
Dann wirst du hart
und schweigst erstarrt...
Weine, mein Herz! klag und wein!
Es wird dein letztes Weinen sein
30 auf lang.


Lyrik | Ich und die Welt
Widmung (Ich und die Welt) | Vorwort (Ich und die Welt) | Motto (Ich und die Welt) | Jünglings Absage | Caritas, caritatum caritas | O - raison d'esclave | Gebt mir ein Roß... | Frühling | Das Königskind | Leise Lieder... | Frohsinn und Jubel... | Was rufst du... | Nun hast auch du... | Winternacht | Ein Wunsch | Als ich einen Lampenschirm mit künstlichen Rosen zum Geschenk erhielt | Entwickelungs-Schmerzen | Schicksals-Spruch | Frage ohne Antwort | Wohin? | Inmitten der großen Stadt | Am Meer | Vaterländische Ode | Der einsame Christus | Der Blick | Der Wissende | Das Auge Gottes |

Stimmungen vor Werken Michelangelos: Der Abend | Ein Sklave |
Frühlingsregen | Abend am See | So möcht ich sterben...
Schicksale der Liebe: I Ich stand, ein Berg oT | II Wir sind zwei Rosen oT
Casta regina! | Prometheus | Hymnus des Hasses | Wenn du nur wolltest | Der Spieler | Im Eilzug | An Friedrich Nietzsche | Odi profanum... | An Sirmio | Auf der Piazza Benacense | Fliegendes Blatt | Übermut | Bahn frei! | Per exemplum | Ἄσβεστος γέλως | Botschaft des Kaisers Julian an sein Volk | Auf mich selber
Übern Schreibtisch: I Bau dich nur an in deiner Welt oT | II Willst du fest und fördernd leben oT
Vor alle meine Gedichte | Wir Lyriker | Pöblesse obligée | Einigen Kritikern | Kriegerspruch
Herbst: Hörst du die Bäume im Windstoß zischen oT | II Ihr Götter der Frühe oT | III Der graue Herbst oT
Ein fünfzehnter Oktober Vier Abendstimmungen am (53.) Geburtstag Friedrich Nietzsches: I Urplötzlich - durch Vorhangspalten oT | II Was wollt ihr doch oT | III Wahrt euer Mitleid für euch oT | IV Und da ich nun so frei oT
Und so hebe dich denn... | Die Kinder des Glücks | Gefühl | Bei einer Sonate Beethovens | Vor die vier Sätze einer Symphonie | Kinderliebe |
"Aber die Dichter lügen zu viel": Der Dichter muß oT | Habe Lust oT |
Glück | Macht-Rausch | Präludium | Wo bist du... | Gleich einer versunkenen Melodie... |
Gesellschaft: I Aus der Gesellschaft | II Jene schmerzlichen Stimmungen |
Lieder! | Ewige Frühlingsbotschaft | An Mutter Erde |
Aus einer Liedergruppe Ein Sommerabend: Feierabend | Volkslied |
Geheime Verabredung | Erntelied | Der Abend | Nachtwächterspruch | O Friede! | Erden-Wünsche | Eins und alles | Ob sie mir je Erfüllung wird... | Künstler-Ideal | An meine Seele | Mondstimmung | An die Wolken | Vor Strindbergs "Inferno" | Ne quid nimis! | Quos ego! | Natura abundans | Du trüber Tag... | Konzert am Meer | Der freie Geist | Nur wer... | Die Luft ward rein... | Aus Religion | Ja trutze nur... | Morgenstimmung | Weiße Tauben | Allein im Gebirg | Abendpromenade | Görlitzer Brief | An die Moral-Liberalen | An N. | An ** | An denselben | Lebensluft | Stilles Reifen | Mensch Enkel | Abendläuten | Oh zittre mir nicht so... |
Lebens-Sprüche: Mag noch so viel | In allem pulsieren |
Was mir so viel vom Tage stiehlt... | Wohl kreist verdunkelt oft der Ball... | Singende Flammen | Moor | Nächtliche Bahnfahrt im Winter | Dunkle Gäste | Begegnung | Dunst | Ohne Geige | Venus Aschthoreth | Reine Freude | An die Messias-Süchtigen | Ersehnte Verwandlung | Mitmenschen | Und bricht einmal dein volles Herz oT | Daß er so wenig weiß und kann oT | Die russische Truhe | Vorfrühling | Thalatta! | Zum II. Satz (Andante con moto) von Beethovens Appassionata | Eine junge Witwe singt vor sich hin | Mir kommt ein altes Bergmannslied zu Sinn | Du dunkler Frühlingsgarten...
Zur Textgestalt der Stuttgarter Ausgabe | Auf vielen Wegen - Ich und die Welt - Eine Einführung


Werkgruppe Lyrik
Werkbereich Ich und die Welt
Zyklus
Zyklusnummer
Titel Was rufst du...
Textanfang Was rufst du, traurig Herz
Zitiert aus SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 215, 216
Kommentar aus SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 848
Überlieferung
Datierung
Erstdruck Ich und die Welt (1898) S. 21
Gemeinfrei ja
Rezeptionen: künstlerisch
Rezeptionen: wissenschaftlich
Rezeptionen: Buchausgaben
Rezeptionen: weiteres
Kommentar
Volltexterfassung siehe Unterseite
ID LYR-SA-01-05-0012