Auf der Piazza Benacense
(Riva am Gardasee)
Den Nacken hoch, Germane!
Diese Gassen
trat deines Ahns
geschienter Herrenfuß.
5 Hier eben, wo ich schreite,
schritt auch er,
geehrt vom Italer,
und seiner Weiber
Gebet und Furcht.
10 Ich blonder Enkel bin
kein Fremder hier;
der Bursch dort teilt vielleicht
uralte Vaterschaft
mit meinem Blut.
15 Wie mir das Herz schlägt,
töricht laut und stark!
Es ist ein Stolz
um alte Volkheit doch, -
und waren’s Bären auch,
20 die hier als Gäste
des schönsten Reichs gehaust -
der Enkel hegt,
nicht ihren Grimm,
doch ihre Kraft noch heut.
25 Den Nacken hoch, Germane!
Felskastelle
des Berner Dietrich
und des großen Karl
erzählen heut
30 von alten Siegen noch,
und schwarze Augen
brennen heut noch heißer,
wenn sie des Nordens
blauer Blitz versengt.
| Werkgruppe | Lyrik |
| Werkbereich | Ich und die Welt |
| Zyklus | – |
| Zyklusnummer | – |
| Titel | Auf der Piazza Benacense |
| Textanfang | Den Nacken hoch, Germane |
| Zitiert aus | SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 241, 242 |
| Kommentar aus | SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 858 |
| Überlieferung | – |
| Datierung | – |
| Erstdruck | Ich und die Welt (1898) S. 57f. |
| Gemeinfrei | ja |
| Rezeptionen: künstlerisch | – |
| Rezeptionen: wissenschaftlich | – |
| Rezeptionen: Buchausgaben | – |
| Rezeptionen: weiteres | – |
| Kommentar | – |
| Volltexterfassung | siehe Unterseite |
| ID | LYR-SA-01-05-0044 |