Allein im Gebirg
Oh du! daß du an meiner Seite wärst!
Mit dir auf diese stillen, grünen Seen,
auf diese edlen, blauen Berge träumen;
aus all der Schönheit noch zu einer höhren
5 zurückzuwissen, wenn die Seele dürstet;
an deiner Augen Spiegel dann zu hängen,
die klarer als das klarste Bergseebecken
nur mich - wie meine dein Bild - widerschimmern;
im warmen Steinsitz dann zurückzulehnen,
10 bis einer Sehnsucht unsre Lippen folgen
und, ohne Wunsch, nur wie in himmelsholder
Gelöstheit, unsre Seelen sich berühren;
und wieder dann so Kopf an Kopf den Weiten
der ungeheuren Landschaft hingegeben,
15 mit Augen, die vor Glück in Schleiern liegen,
mit sanftem Atem zarter, junger Liebe -
oh du, daß du an meiner Seite ruhtest!
Was ist mir all die Schönheit ohne dich.
| Werkgruppe | Lyrik |
| Werkbereich | Ich und die Welt |
| Zyklus | – |
| Zyklusnummer | – |
| Titel | Allein im Gebirg |
| Textanfang | Oh du! daß du an meiner Seite |
| Zitiert aus | SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 281, 282 |
| Kommentar aus | SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 871 |
| Überlieferung | – |
| Datierung | – |
| Erstdruck | Ich und die Welt (1898) S. 131. |
| Gemeinfrei | ja |
| Rezeptionen: künstlerisch | – |
| Rezeptionen: wissenschaftlich | – |
| Rezeptionen: Buchausgaben | – |
| Rezeptionen: weiteres | – |
| Kommentar | – |
| Volltexterfassung | siehe Unterseite |
| ID | LYR-SA-01-05-0111 |