Mir gegenüber oT

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Mir gegenüber
unter dem Dach
sitzt ein Weib
am geduckten Fenster
5und näht.

Früh
in das steigende Licht,
spät
in die fallende Nacht.

10Manchmal
blickt es vom Schoße auf
und verloren hinaus
auf die Dächer...
auf die Wolken...
15in die Unendlichkeit...

Ich kann
sein Auge nicht sehn.
Aber ich fühle den Blick.
Er ist stumpf
20wie der eines Tiers.
Grauen ergreift mich
vor ihm.

Lyrik | Nachlese zu Ich und die Welt
Ihr müßt solche Verse nicht anders betrachten oT | O Kunst, du allerseligste Gewalt oT | Als ob ich nicht mit ahndevollem Flügel oT | Was bin ich selbst oT | Sieh, so bin ich oT | Wenn Cyrano des Kusses Süße singt oT | Nomen - Omen? | Nun pocht der Regen wieder oT | O laß mich trauern, stille Stunde oT | So stark empfand ich’s niemals oT | Die ganze Welt ward greis und grau oT | In den Dünen | Auf dem Meere meiner Seele oT | Glücklich, die wir auf der Zeiten oT | Meinem kleinen Christian Friedrich Kayssler | Homunkel | Immer wieder | Dies hatt’ ich fast von Kind auf oT | Ich stand oT | Ich liebe mir die überlegnen Geister oT | Ja, nun bist du da oT | Die Morgenröte (L’Aurora)

Der Blick: I Mir gegenüber oT | II Mir ahnt ein Einst oT | III Über uns allen oT


Werkgruppe Lyrik
Werkbereich Nachlese zu Ich und die Welt
Zyklus Der Blick
Zyklusnummer I
Titel
Textanfang Mir gegenüber
Zitiert aus SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 308
Kommentar aus SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 883
Überlieferung Einzelblatt, handschriftlich, im Nachlaß.
Datierung undatiert; hilfsweise eingeordnet zw. 1887 und 1900
Erstdruck
Gemeinfrei ja
Rezeptionen: künstlerisch
Rezeptionen: wissenschaftlich
Rezeptionen: Buchausgaben
Rezeptionen: weiteres
Kommentar
Volltexterfassung siehe Unterseite
ID LYR-SA-01-06-0023