Caritas, caritatum caritas
Aus CMO
An seinem Grabe rief des Priesters Mund:
"Ob unbewußt, er war doch Kirchenchrist!
O glaubt es, des Allmächtigen Bildnis ist
verschwunden nie aus seiner Seele Grund!"
5 Wohl mancher biß sich da die Lippe wund,
ersah er, wie voll heuchlerischer List
der Moloch Kirche noch die Toten frißt
in seinen gierigen, eifersüchtigen Schlund.
Und ob ein Held auch alle Kerker brach,
10 die je ihn diesem Ungetüm versklavt,
im Tode schleicht ihm seine "Liebe" nach
und spricht: "Die andern ruhn in meinem Bauch,
wie sollt ich dich als frei und ungestraft
verschonen?! Sei getrost, ich fress’ dich auch."
| Werkgruppe | Lyrik |
| Werkbereich | Ich und die Welt |
| Zyklus | – |
| Zyklusnummer | – |
| Titel | Caritas, caritatum caritas |
| Textanfang | An seinem Grabe rief des Priesters Mund |
| Zitiert aus | SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 211 |
| Kommentar aus | SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 846 |
| Überlieferung | – |
| Datierung | nach dem 12.2.1894 |
| Erstdruck | Die Gesellschaft 13 (1897) Bd. 1, S. 29. Ich und die Welt (1898) S. 14 |
| Gemeinfrei | ja |
| Rezeptionen: künstlerisch | – |
| Rezeptionen: wissenschaftlich | – |
| Rezeptionen: Buchausgaben | – |
| Rezeptionen: weiteres | – |
| Kommentar | – |
| Volltexterfassung | siehe Unterseite |
| ID | LYR-SA-01-05-0005 |