Der Zwölf-Elf
Der Zwölf-Elf hebt die linke Hand:
Da schlägt es Mitternacht im Land.
Es lauscht der Teich mit offnem Mund.
Ganz leise heult der Schluchtenhund.
5Die Dommel reckt sich auf im Rohr.
Der Moosfrosch lugt aus seinem Moor.
Der Schneck horcht auf in seinem Haus.
Desgleichen die Kartoffelmaus.
Das Irrlicht selbst macht Halt und Rast
10auf einem windgebrochnen Ast.
Sophie, die Maid, hat ein Gesicht:
Das Mondschaf geht zum Hochgericht.
Die Galgenbrüder wehn im Wind.
Im fernen Dorfe schreit ein Kind.
15Zwei Maulwürf küssen sich zur Stund
als Neuvermählte auf den Mund.
Hingegen lief im finstern Wald
ein Nachtmahr seine Fäuste ballt:
Dieweil ein späterWanderstrumpf
20sich nicht verlief in Teich und Sumpf.
Der Rabe Ralf ruft schaurig: "Kra!
Das End ist da! Das End ist da!"
Der Zwölf-Elf senkt die linke Hand:
Und wieder schläft das ganze Land.
| Werkgruppe | Humoristische Lyrik |
| Werkbereich | Galgenlieder nebst dem Gingganz |
| Zyklus | – |
| Zyklusnummer | – |
| Titel | Der Zwölf-Elf |
| Textanfang | Der Zwölf-Elf hebt die linke Hand |
| Zitiert aus | SA Band III Humoristische Lyrik, S. 62 |
| Kommentar | SA Band III Humoristische Lyrik, S. 632, 633, 634 |
| Überlieferung | Einzelblatt, handschriftlich, im Nachlass |
| Datierung | evtl. im März 1899 |
| Erstdruck | Galgenlieder 1905 |
| Gemeinfrei | ja |
| Rezeptionen: künstlerisch | – |
| Rezeptionen: wissenschaftlich | – |
| Rezeptionen: Buchausgaben | – |
| Rezeptionen: weiteres | – |
| Volltexterfassung | siehe Unterseite |
| ID | LYR-SA-03-03-0009 |