Präludium
Aus CMO
Singe, o singe dich, Seele,
über den Eintag empor in die
himmlischen Reiche der Schönheit!
Bade in goldenen Strömen der Töne dich rein
5 vom Staube der Sorgen!
Was dir die Welt geraubt, vergiß es!
Was dir dein Ich verwehrt,
genieß es im Traum!
Auf klingenden Wellen
10 kommen die heimlichsten Wunder
wie Düfte
ferner Gärten
zu deinen leis zitternden Sinnen.
Singe, singe, Seele des Menschen,
15 vom Grauen der Nächte bedroht,
dich empor,
wo, lichtumgürtet,
der Phantasien
jungfräulicher Reigen
20 die zierlichen Füße
auf nie verblühenden Wiesen
verführerisch setzt.
| Werkgruppe | Lyrik |
| Werkbereich | Ich und die Welt |
| Zyklus | – |
| Zyklusnummer | – |
| Titel | Präludium |
| Textanfang | Singe, o singe dich, Seele |
| Zitiert aus | SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 259 |
| Kommentar aus | SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 864 |
| Überlieferung | Zwei Einzelblätter, handschriftlich, mit zwei nahezu identischen Fassungen (H1 und H2) im Nachlaß. |
| Datierung | – |
| Erstdruck | Ich und die Welt (1898) S. 92. Auf vielen Wegen (1911) S. 23. |
| Gemeinfrei | ja |
| Rezeptionen: künstlerisch | siehe Unterseite |
| Rezeptionen: wissenschaftlich | – |
| Rezeptionen: Buchausgaben | – |
| Rezeptionen: weiteres | – |
| Kommentar | – |
| Volltexterfassung | siehe Unterseite |
| ID | LYR-SA-01-05-0076 |