Der Werwolf: Unterschied zwischen den Versionen
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Aktuelle Version vom 19. September 2026, 23:36 Uhr
Ein Werwolf eines Nachts entwich
von Weib und Kind und sich begab
an eines Dorfschullehrers Grab
und bat ihn: "Bitte, beuge mich!"
5Der Dorfschulmeister stieg hinauf
auf seines Blechschilds Messingknauf
und sprach zum Wolf, der seine Pfoten
geduldig kreuzte vor dem Toten:
"Der Werwolf" - sprach der gute Mann,
10"des Weswolfs, Genitiv sodann,
dem Wemwolf, Dativ, wie man's nennt,
den Wenwolf, - damit hat's ein End'."
Dem Werwolf schmeichelten die Fälle,
er rollte seine Augenbälle.
15"Indessen",bat er, "füge doch
zur Einzahl auch die Mehrzahl noch!"
Der Dorfschulmeister aber mußte
gestehn, daß er von ihr nichts wußte.
Zwar Wölfe gäb's in großer Schar,
20doch "Wer" gäb's nur im Singular.
Der Wolf erhob sich tränenblind -
er hatte ja doch Weib und Kind!!
Doch da er kein Gelehrter eben,
so schied er dankend und ergeben.
| Werkgruppe | Humoristische Lyrik |
| Werkbereich | Galgenlieder nebst dem Gingganz |
| Zyklus | – |
| Zyklusnummer | – |
| Titel | Der Werwolf |
| Textanfang | Ein Werwolf eines Nachts |
| Zitiert aus | SA Band III Humoristische Lyrik, S. 87, 88 |
| Kommentar aus | SA Band III Humoristische Lyrik, S. 657, 658 |
| Überlieferung | T 1906/07, Bl. 165 |
| Datierung | vermutlich im letzten Vierteljahr 1906 oder Anfang 1907 |
| Druck | Galgenlieder 3 1908 |
| Gemeinfrei | ja |
| Volltexterfassung | siehe Unterseite |
| ID | HUM-SA-03-03-0053 |