Wer doch den trüben Wahn oT
Aus CMO
(18.) Wer doch den trüben Wahn erfunden,
daß keine Seele glücklich sei!
Ich war’s, ich bin’s! in reichen Stunden
von aller kleinen Trübsal frei.
5 Nicht wahrlich, da mit heisrem Atem
die Menge mir den Weg verbellt, -
doch nun Suleika sich und Hatem
mit goldnen Liedern mir gesellt.
Nun da Natur mich treu umbreitet
10 mit Tannen, hehr wie Hafis’ Geist,
und drüber mir die Blicke weitet,
bis, wo der letzte Fels vereist.
Wie sollt ich da nicht Mensch sein mögen,
ein weltverleumderischer Tropf!
15 So gern sie auch herunter bögen
den heitren, hochgemuten Kopf.
| Werkgruppe | Lyrik |
| Werkbereich | Auf vielen Wegen |
| Zyklus | Zwischenstück Fusch-Leberbrünnl |
| Zyklusnummer | – |
| Titel | – |
| Textanfang | Wer doch den trüben Wahn erfunden |
| Zitiert aus | SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 181 |
| Kommentar aus | SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 833 |
| Überlieferung | – |
| Datierung | 18. August 1896 |
| Erstdruck | Auf vielen Wegen (1897) S. 119 |
| Gemeinfrei | ja |
| Rezeptionen: künstlerisch | – |
| Rezeptionen: wissenschaftlich | – |
| Rezeptionen: Buchausgaben | – |
| Rezeptionen: weiteres | – |
| Kommentar | – |
| Volltexterfassung | siehe Unterseite |
| ID | LYR-SA-01-03-0074 |