Die Brücke

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(Einem Bildhauer der Zukunft)

Bis an die Knie stehn im Strom
die beiden Riesen Kraft und Maß:
Auf ihren breiten Nacken ruht
der Brücke stählernes Gebälk.

5 Beine breit in Grund gestemmt,
Hände auf des andern Schulter,
Stirn an Stirne fest gepreßt,
stehn sie da und schaun hinunter.

Da flieht die Welle ruhlos hin,
10 und weiße Segel ziehn einher,
und dunkle Schlote wölken Rauch,
und Schollen türmt des Winters Frost.

Aber unbewegten Blicks
stehn die muskelfrohen Hünen;
15leis nur zuckt des einen Leib
stampft es droben donnernd drüber.

Der andre aber preßt die Stirn
nur fester, fester nur die Faust:
Er kennt des Bruders trotzig Herz,
20das tief im Kern die Menschheit haßt.


Lyrik | Auf vielen Wegen
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Zur Textgestalt der Stuttgarter Ausgabe | Auf vielen Wegen - Ich und die Welt - Eine Einführung


Werkgruppe Lyrik
Werkbereich Auf vielen Wegen
Zyklus Gedichte vermischten Inhalts
Zyklusnummer
Titel Die Brücke
Textanfang Bis an die Knie stehn im Strom
Zitiert aus SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 157, 158
Kommentar aus SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 826, 827
Überlieferung
Datierung
Erstdruck Auf vielen Wegen (1897), S. 80
Gemeinfrei ja
Rezeptionen: künstlerisch
Rezeptionen: wissenschaftlich
Rezeptionen: Buchausgaben
Rezeptionen: weiteres
Kommentar
Volltexterfassung siehe Unterseite
ID LYR-SA-01-03-0042