Kleine Geschichte
Aus CMO
Litt einst ein Fähnlein große Not,
halb war es gelb, halb war es rot,
und wollte gern zusammen
zu einer lichten Flammen.
5 Es zog sich, wand sich, wellte sich,
es knitterte, es schnellte sich, -
umsonst! es mocht’ nicht glücken
die Naht zu überbrücken.
Da kam ein Wolkenbruch daher
10 und wusch das Fähnlein kreuz und quer,
daß Rot und Gelb, zerflossen,
voll Inbrunst sich genossen.
Des Fähnleins Herren freilich war
des Vorgangs Freudigkeit nicht klar, -
15 indes, die sich besaßen,
nun alle Welt vergaßen.
| Werkgruppe | Lyrik |
| Werkbereich | Auf vielen Wegen |
| Zyklus | Gedichte vermischten Inhalts |
| Zyklusnummer | – |
| Titel | Kleine Geschichte |
| Textanfang | Litt einst ein Fähnlein große Not |
| Zitiert aus | SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 150 |
| Kommentar aus | SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 825 |
| Überlieferung | Einzelblatt, handschriftlich, im Nachlaß |
| Datierung | Undatiert |
| Erstdruck | Auf vielen Wegen (1897) S. 69. Auf vielen Wegen (1911) S. 65 |
| Gemeinfrei | ja |
| Rezeptionen: künstlerisch | – |
| Rezeptionen: wissenschaftlich | – |
| Rezeptionen: Buchausgaben | – |
| Rezeptionen: weiteres | – |
| Kommentar | – |
| Volltexterfassung | siehe Unterseite |
| ID | LYR-SA-01-03-0037 |