Der Sturm
Aus CMO
"Bis an die Knöchel
steh’ ich
im tiefen See.
Den Horizont hinab,
5 wo mir Gebirge
die grauen Rachen -
entgegensperren,
greif ich
und ziehe
10 aus ihren Schlünden
die zähen Schleimschleier
unendlicher Nebel.
Und ich halte sie in die Sonne,
die euch scheidet,
15 mir noch im Mittag steht:
Das glüht, das leuchtet!
Das gefällt euch!
Und ich schlag’ das Gewölk
wie Schaum
20 mit der flachen Hand,
und wirbl' es
und ball’ es
und kraus’ es -
und zaus’ es -
25 heissah halloh!
Und ich pust’ es
auf eure Dörfer
und hebe die Füße
aus eurem tiefen See
30 und laufe
Mutter Sonne davon,
heissah,
unter die purpurnen Sterne!"
| Werkgruppe | Lyrik |
| Werkbereich | Auf vielen Wegen |
| Zyklus | VE |
| Zyklusnummer | – |
| Titel | Der Sturm |
| Textanfang | Bis an die Knöchel |
| Zitiert aus | SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 146, 147 |
| Kommentar aus | SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 825 |
| Überlieferung | – |
| Datierung | – |
| Erstdruck | Auf vielen Wegen (1897) S. 61f |
| Gemeinfrei | ja |
| Rezeptionen: künstlerisch | – |
| Rezeptionen: wissenschaftlich | – |
| Rezeptionen: Buchausgaben | – |
| Rezeptionen: weiteres | – |
| Kommentar | – |
| Volltexterfassung | siehe Unterseite |
| ID | LYR-SA-01-03-0035 |