Anadyomene: Unterschied zwischen den Versionen

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| Zyklusnummer
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| Titel = Anadyomene
| Titel = Anadyomene
| Textanfang =  
| Textanfang = Apollo eilt, die Welt zu wecken
| Zitiert_aus = [[SA Band I Lyrik 1887-1905]], S. [[:Datei:Sa1-0108.png|108]]
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| Zitiert_aus_raw = SA-01, 108
| Zitiert_aus_raw = SA-01, 108

Version vom 22. Dezember 2025, 18:16 Uhr

Apollo eilt, die Welt zu wecken,
da schlag ich auf die Lider schwer:
Und mich befällt ein süß Erschrecken:
Vor meinen Augen liegt das Meer.
5 Ich finde mich auf sichrer Klippe,
die Wellen schmeicheln zu mir her.
In stummer Andacht schweigt die Lippe.
Vor meinen Augen liegt das Meer.

Es spült der Sonne rote Brände
10 hinauf den weißen Dünensand,
es wirft sie hoch auf steile Wände,
in Feuer stehen Meer und Land,
als gält es heut ein Fest zu feiern,
wie einst, da Venus sich entwand
15 der Frühflut rosenroten Schleiern...
In Feuer stehen Meer und Land.

Und wie ich in die Pracht versonnen
dem fliehnden Traumbild rufe: Bleib!
da hat es schon Gestalt gewonnen:
20 Dem Schaum entsteigt ein göttlich Weib.
Ein Wogensturz von goldnen Rosen
enthüllt den schönsten Frauenleib.
Zum Flüstern sinkt der Brandung Tosen -
dem Schaum entsteigt ein göttlich Weib.

25 Ich aber bin emporgesprungen,
indes die Göttin näher schwebt -

die Schönheit ist nicht tot: sie lebt!


Lyrik | Nachlese zu In Phantas Schloß
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Epilog I | Epilog II | Ad Phantas Schloß
Zur Textgestalt der Stuttgarter Ausgabe | In Phantas Schloß - Eine Einführung


Werkgruppe Lyrik
Werkbereich Nachlese zu In Phantas Schloß
Zyklus
Zyklusnummer
Titel Anadyomene
Textanfang Apollo eilt, die Welt zu wecken
Zitiert aus SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 108
Kommentar aus SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 803, 804, 805, 806, 807
Überlieferung T 1894 II, B1.84f
Datierung vermutlich September bis Dezember 1894
Erstdruck SA Band I Lyrik 1887-1905
Gemeinfrei ja
Rezeptionen: künstlerisch
Rezeptionen: wissenschaftlich
Rezeptionen: Buchausgaben
Rezeptionen: weiteres
Kommentar
Volltexterfassung siehe Unterseite
ID LYR-SA-01-05-0036