Kinderglaube: Unterschied zwischen den Versionen
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Aktuelle Version vom 5. April 2026, 23:16 Uhr
Heut ritt ich im Traum
auf schneeweißem Pferde
ohne Zügel und Zaum
rings um die Erde.
5 Und wo ein Dach,
war ein Treiben
hinter den Scheiben:
Alles war wach!
Großäugig, tieflockig,
10 schmalfüßig, kurzrockig,
lugten die Kindlein
der Menschen mir nach.
Oh euch süße Gesichter
vergess’ ich nie mehr,
15 euch glückliche Lichter
durch Nacht zu mir her,
euch Näschen, vom Fensterdruck
schelmisch gestumpft,
euch Wädchen und Kniechen,
20 nur dürftig bestrumpft,
euch rosige Händchen,
ans Glas angestützt,
euch kosige Mündchen,
neugierig gespützt!
25 Ihr Kindchen, ich segn’ euch
viel tausend tausend mal!
Nur Großes begegn’ euch
im Sonn- und Mondenstrahl!
Euer Lachen, Euer Weinen
30 sei edler Frucht geschwellt!
Ihr seid ja. ihr Kleinen,
die Zukunft unsrer Welt!
Euch reifen die Lieder
auf meines Lebens Baum...
35 Einst sehn wir uns wieder -
und nicht mehr im Traum!
| Werkgruppe | Lyrik |
| Werkbereich | Auf vielen Wegen |
| Zyklus | Träume |
| Zyklusnummer | – |
| Titel | Kinderglaube |
| Textanfang | Heut ritt ich im Traum |
| Zitiert aus | SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 128, 129 |
| Kommentar aus | SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 821 |
| Überlieferung | – |
| Datierung | – |
| Erstdruck | "Das Magazin für Litteratur" 66 (1897) Sp. 437f. Auf vielen Wegen 1897, S. 25f |
| Gemeinfrei | ja |
| Rezeptionen: künstlerisch | – |
| Rezeptionen: wissenschaftlich | – |
| Rezeptionen: Buchausgaben | – |
| Rezeptionen: weiteres | – |
| Kommentar | – |
| Volltexterfassung | siehe Unterseite |
| ID | LYR-SA-01-03-0013 |