Das Äpfelchen: Unterschied zwischen den Versionen

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Aktuelle Version vom 5. April 2026, 23:14 Uhr

Auf einer Wiese, der sich hier und dort
ein reich beschwerter Apfelbaum enthob,
ergötzten wir, ein Häuflein Freunde, uns,
mit grünem Obst uns scherzend zu bekriegen.
5 Ich lag im Gras, entsandte, deckte mich,
erspähte Blößen, wurde selbst getroffen -
da plötzlich stand, wer weiß, woher sie kam,
die Liebste meiner Knabenzeit vor mir
und winkte, wie zu zarter Fehde fordernd,
10 mir zu, - daß ich ein unreif Äpfelchen
gemeßnen Schwungs nach ihrer Wange schickte.
Oh wieviel Liebe da aus ihren Augen,
aus ihrem Lächeln brach, als, leicht errötend,
sie sich ein wenig nun herunterbeugte
15 und schelmisch drohte - wieviel tiefe Liebe!
Mein Auge floh vor soviel süßem Glück,
und sehnend streckt’ ich meine Rechte aus
und faßte ihres Kleides reinen Saum,
ihn, wie aus Reue meiner Tat, zu küssen.
20 Da ging mein Glück wie ein Gewebe auf...
Und andre Bilder spann mein träumend Hirn.

Lyrik | Auf vielen Wegen
Meinem Freunde Friedrich Kayssler

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Zur Textgestalt der Stuttgarter Ausgabe | Auf vielen Wegen - Ich und die Welt - Eine Einführung


Werkgruppe Lyrik
Werkbereich Auf vielen Wegen
Zyklus Träume
Zyklusnummer
Titel Das Äpfelchen
Textanfang Auf einer Wiese, der sich hier und dort
Zitiert aus SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 127
Kommentar aus SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 821
Überlieferung
Datierung
Erstdruck "Das Magazin für Litteratur" 66 (1897) Sp. 455. Auf vielen Wegen 1897, S. 22
Gemeinfrei ja
Rezeptionen: künstlerisch
Rezeptionen: wissenschaftlich
Rezeptionen: Buchausgaben
Rezeptionen: weiteres
Kommentar
Volltexterfassung siehe Unterseite
ID LYR-SA-01-03-0011