Der Urton: Unterschied zwischen den Versionen
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Aktuelle Version vom 6. April 2026, 01:19 Uhr
Fernher schwillt
eines Dudelsacks
einförmig-ewigwechselnde
Melodie:
5 Unaufhörlich
hebt sich und senkt sich
über dem Urton
ihr unerläßliches Spiel.
• • • • • • • • •
Auf dem ehernen Tische
10 Unendlichkeit
liegt unermeßlicher Sand gebreitet.
Da streicht ein Bogen
die Tafel an:
Einen Ton
15 schwingt und klingt
die fiebernde Fläche.
Und siehe!
Der Sand
erhebt sich und wirbelt
20 zu tausend Figuren.
Aus ihnen,
den tanzenden
tönenden,
glühenden
25 schlingen sich Tänze,
binden sich Chöre,
winden sich Kränze,
umringen sich,
fliehen sich,
30 finden sich wieder.
Aber das Spiel
der Formen. Farben und Töne
durchbrummt
unaufhörlich,
35 beherrscht
fürchterlich-unerfaßlich
der tiefe Urton
• • • • • • • • •
Fern verschwillt
des Dudelsacks
40 einförmig-ewigwechselnde
Melodie
Dorf, Wald, Welt
versinkt mir
schweigend
45 in Nacht.
| Werkgruppe | Lyrik |
| Werkbereich | Auf vielen Wegen |
| Zyklus | Gedichte vermischten Inhalts |
| Zyklusnummer | – |
| Titel | Der Urton |
| Textanfang | Fernher schwillt |
| Zitiert aus | SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 165, 166 |
| Kommentar aus | SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 828 |
| Überlieferung | Drei Einzelblätter, handschriftlich, im Nachlaß |
| Datierung | – |
| Erstdruck | Auf vielen Wegen (1897) S. 92f, Auf vielen Wegen(1911) S.43 |
| Gemeinfrei | ja |
| Rezeptionen: künstlerisch | – |
| Rezeptionen: wissenschaftlich | – |
| Rezeptionen: Buchausgaben | – |
| Rezeptionen: weiteres | – |
| Kommentar | – |
| Volltexterfassung | siehe Unterseite |
| ID | LYR-SA-01-03-0051 |