Mensch und Möwe: Unterschied zwischen den Versionen
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Aktuelle Version vom 5. April 2026, 23:10 Uhr
Eine neugierkranke Möwe,
kreiste ich zu Häupten eines
Wesens, das in einen weiten
dunklen Mantel eingewickelt,
5 von dem Kopfe einer Buhne
auf die grüne See hinaussah.
Und ich wußte, daß ich selber
dieses Wesen sei, und war mir
dennoch selbst so problematisch,
10 wie nur je dem klugen Sinne
einer Möwe solch ein dunkler
Mantelvogel, Mensch geheißen.
Warum blickt dies große, stumme,
rätselhafte Tier so ernsthaft
15 auf der Wasser Flucht und Rückkehr?
Lauert es geheimer Beute?
Wird es plötzlich aus des Mantels
Schoß verborgne Schwingen strecken
und mit schwerem Flügelschlag den
20 Schaum der weißen Kämme streifen?
So und anders fragte rastlos
mein beschränktes Möwenhirn sich,
und in immer frechem Kreisen
stieß ich, kläglich schreiend, oder
25 ärgerlich und höhnisch lachend,
um mich selber... Da erhob sich
aus dem Meere eine Woge...
stieg und stieg... Und Mensch und Möwe
ward verschlungen und begraben.
| Werkgruppe | Lyrik |
| Werkbereich | Auf vielen Wegen |
| Zyklus | Träume |
| Zyklusnummer | – |
| Titel | Mensch und Möwe |
| Textanfang | Eine neugierkranke Möwe, |
| Zitiert aus | SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 120-121 |
| Kommentar aus | SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 820 |
| Überlieferung | – |
| Datierung | – |
| Erstdruck | "Das Magazin für Litteratur" 66 (1897) Sp. 392f. und Auf vielen Wegen 1897, S. 13 |
| Gemeinfrei | ja |
| Rezeptionen: künstlerisch | – |
| Rezeptionen: wissenschaftlich | – |
| Rezeptionen: Buchausgaben | – |
| Rezeptionen: weiteres | – |
| Kommentar | – |
| Volltexterfassung | siehe Unterseite |
| ID | LYR-SA-01-03-0004 |