Anadyomene: Unterschied zwischen den Versionen
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Aktuelle Version vom 5. April 2026, 16:41 Uhr
Apollo eilt, die Welt zu wecken,
da schlag ich auf die Lider schwer:
Und mich befällt ein süß Erschrecken:
Vor meinen Augen liegt das Meer.
5 Ich finde mich auf sichrer Klippe,
die Wellen schmeicheln zu mir her.
In stummer Andacht schweigt die Lippe.
Vor meinen Augen liegt das Meer.
Es spült der Sonne rote Brände
10 hinauf den weißen Dünensand,
es wirft sie hoch auf steile Wände,
in Feuer stehen Meer und Land,
als gält es heut ein Fest zu feiern,
wie einst, da Venus sich entwand
15 der Frühflut rosenroten Schleiern...
In Feuer stehen Meer und Land.
Und wie ich in die Pracht versonnen
dem fliehnden Traumbild rufe: Bleib!
da hat es schon Gestalt gewonnen:
20 Dem Schaum entsteigt ein göttlich Weib.
Ein Wogensturz von goldnen Rosen
enthüllt den schönsten Frauenleib.
Zum Flüstern sinkt der Brandung Tosen -
dem Schaum entsteigt ein göttlich Weib.
25 Ich aber bin emporgesprungen,
indes die Göttin näher schwebt -
die Schönheit ist nicht tot: sie lebt!
| Werkgruppe | Lyrik |
| Werkbereich | Nachlese zu In Phantas Schloß |
| Zyklus | – |
| Zyklusnummer | – |
| Titel | Anadyomene |
| Textanfang | Apollo eilt, die Welt zu wecken |
| Zitiert aus | SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 108 |
| Kommentar aus | SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 803, 804, 805, 806, 807 |
| Überlieferung | T 1894-II, Bl. 84f |
| Datierung | vermutlich September bis Dezember 1894 |
| Erstdruck | SA Band I Lyrik 1887-1905 |
| Gemeinfrei | ja |
| Rezeptionen: künstlerisch | – |
| Rezeptionen: wissenschaftlich | – |
| Rezeptionen: Buchausgaben | – |
| Rezeptionen: weiteres | – |
| Kommentar | – |
| Volltexterfassung | siehe Unterseite |
| ID | LYR-SA-01-02-0036 |