V,3/Volltext

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V,3

Zur Jagd, Metellus, lädst du mich ein und malst mir großer Herren Freuden begeistert aus, und meinst, es mangle nur des Dichters, der sie der staunenden Welt verkünde. Und traun, erstaunlich fand ich das Weidwerk stets, zumal, wie ihr es heute gewaltig übt! Da weiß der Schütz sich oft nicht Rat, so stürzt das vom Lager gescheuchte Wild in gedrängter Flucht am rauchenden Rohr vorbei... Er lädt schon kaum mehr, drückt nur noch blindlings ab, - doch immer rutscht noch etwas durch und schmälert den Ruhm des verwegnen Nimrod. Doch wenn der Treiber hinkendes Volk zuletzt die Opfer sammelt, säuberlich reihweis legt, der Photograph erscheint und jeder auf seine Beute das linke Bein stellt - da schwillt die Brust dem simpelsten Schießer noch; Vertreter einer Gattung, so fühlt er sich, von der es heißt, daß 'nichts erhabner', und daß sie bilde der Schöpfung Krone. Denn einer herrsche, einer, der Mensch allein, und rotte alles aus, was an Adel ihm des Antlitzes und der Gesinnung nachstehl, - es wäre denn, daß im Zirkus die Gans Klavier zu spielen, das Känguru zu kegeln und der Aff zu kutschieren hat, - es sei denn, daß im Zirkus, sag ich, eines Humorexemplars noch not ist. Ich selbst, Metellus, den du seit langem kennst, genüge mir an minderem Heldentum. Und wenn zuweilen ich im Zwielicht vor der bescheidenen Klause sitze, wie schau ich gern dann äsendem Wilde zu, das mich vom Saatfeld drüben vertraut beäugt, und träume mir, daß ich ein halber 'St. Hieronymus im Gehäus' ' sei...