Ein Sommer - Und aber ründet sich ein Kranz - Eine Einführung
Der folgende Text basiert auf einem Text des Kommentars des ersten Bandes der Stuttgarter Ausgabe, S. 884, 885, 886, 887, 888. Er wurde durch eine KI erstellt.
Der Text erläutert den biographischen und literarischen Hintergrund der beiden Gedichtbände Ein Sommer und Und aber ründet sich ein Kranz: Norwegen-Aufenthalt 1898/99, Liebesbegegnung mit Dagny Fett, Ibsen-Übersetzungsarbeit, anschließende Krankheit und Schweizer Aufenthalte – und wie all das in beiden Büchern poetisch verarbeitet wurde.
Die beiden Gedichtbände Ein Sommer und Und aber ründet sich ein Kranz entstanden aus denselben Lebenserfahrungen und werden daher gemeinsam betrachtet. Später wurden sie unter dem Titel Ein Kranz zu einem Band vereinigt, den Margareta Morgenstern 1921 nach Morgensterns Tod herausgab.
Den Anstoß zu beiden Büchern gab ein längerer Norwegen-Aufenthalt, den Morgenstern ab Mai 1898 unternahm. Der Verleger S. Fischer hatte ihn für die Übersetzung von Ibsens Dramen ins Deutsche gewonnen – eine außerordentliche Leistung, denn Morgenstern musste Norwegisch von Grund auf neu erlernen. In Christiania (dem heutigen Oslo) traf er Ibsen persönlich ( T 1898-99-I, Bl. 20). Dort lernte er auch Dagny Fett kennen, eine junge Schwedin. Diese Begegnung löste in ihm eine Flut von Liebesgedichten aus. Den Sommer mit ihr nannte er in einem Brief ein Stück blauer Himmel, und das Buch Ein Sommer bezeichnete er als das Einfachste von allem Bisherigen.
Die Liebesbeziehung endete im Mai 1899, als Morgenstern Dagny zum letzten Mal sah (N 1899, Bl. 72). Er löste die Verbindung bewusst, weil er sich nicht zur Ehe bereit fühlte. Das Buch Ein Sommer widmete er ihr mit den Worten Der's gehört. In einem Brief erklärte er ihr, sie solle das Buch wie ein Stück zu Bild gewordenes Leben betrachten – als etwas Positives, als Zuwachs an Leben.
Der Band Und aber ründet sich ein Kranz entstand aus einem breiteren Erfahrungshorizont: Neben Erinnerungen an Norwegen flossen nun Eindrücke aus der Schweiz ein, wohin Morgenstern wegen seiner Lungenerkrankung reiste – zunächst nach Davos, dann an den Vierwaldstätter See, schließlich nach Arosa.
Beide Bücher stehen zwischen der frühen Jugendlyrik und dem späteren Werk: stilistisch noch suchend, aber bereits mit neuen Formen experimentierend. Michael Bauer nannte sie treffend eine Atempause vor neuem Sturm.