Anmerkungen (Horatius travestitus)/Volltext

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Anmerkungen

V,3 - Jagdode. - Versmaß: Alcäische Strophe. H. hat hierbei offenbar ein sog. buntes Treiben vor Augen, überdies eine schlechte Jagd, worauf auch u. a. das disqualifizierende "Schießer" hinweist. Zeile 19. "Vieles Gewaltige lebt, doch nichts / Ist gewaltiger als der Mensch".

V,5 - Der Adventist. - Versmaß: III. Asklepiadeische Strophe. Cyrill heißt bei Horaz Naumann. Der Fall wird in gleichzeitigen Chroniken erwähnt, wobei die damals allgemein beliebten Vorwürfe des Schwachsinns und der Minderwertigkeit mehrfach erhoben werden. Der in der Übersetzung verwendete Satz Johann Gottlieb Fichtes lautet wörtlich: Charakter haben und deutsch sein, ist ohne Zweifel gleichbedeutend.

V,8 - Von der Notwendigkeit des Krieges. - Versmaß: Sapphische Strophe.

V,11 - Der fast vergessene Berg. - Versmaß: II. Asklepiadeische Strophe. In der 3. Zeile der 1. und letzten Strophe erlaubt sich H., in einer Art impressionistischer Anwandlung, eine kleine metrische Abweichung.

V,17 - Der letzte Gott. - Versmaß: I. Asklepiadeische Strophe.

V,19 - Der Neffe. - Diese Ode hat sich der Übersetzer auch im Versmaß ganz frei wiederzugeben gestattet. Sie ist von Horaz im sog. ionisch aufsteigenden System geschrieben, so wie III,12: Miserarum est neque amori usw., einem Metrum, das im übrigen die noch ganz unter dem Eindruck des Ereignisses stehende Sprache des Knaben gleichfalls mit Glück nachzubilden imstande war. Nach einem von dritter Hand hinzugefügten Fußvermerk spielte sich die drollige Episode gelegentlich eines Triumphes ab, der dem Tiberius nach dem Kriege gegen die Dalmaten bewilligt worden war (ein Jahr etwa vor dem Ableben des Dichters). Im Original ist es der erste i-Punkt von "Tiberius", der dem Knirps von seinem famosen Rektor zur feierlichen Darstellung übertragen wurde.