Epilog I
Heut’ zum letzten Male säum’ ich
auf den selbsterschaffnen Stufen,
halben Lächelns überträum’ ich.
was mein Geist herbeigerufen,
5 um es dann mit Phantas Augen
seltsam, schelmisch zu betrachten
und, wofern es mochte taugen,
eigenherrlich auszuschlachten,
(gleich als ob die Welt ein Schwamm sei,
den zuerst mit Blut ich näßte,
10 drauf zur Prob’, daß es nicht Schlamm sei,
wieder in ein Kelchglas preßte.)
Aller Dinge neuer Täufer
an des eignen Herzbluts Bronnen.
allem hurtiger Entläufer,
15 was als Fangnetz fest gesponnen.
Seid gesegnet, Gipfelweiten!
Wo ich wie ein Gott so frei war,
wo des Leibs Bedürftigkeiten
fern mir wie des Volks Geschrei war,
20 wo zu einem höhren Bunde
Scharm und Schaffen sich verbanden
und des Seins Gesicht' und Munde [bricht ab]
| Werkgruppe | Lyrik |
| Werkbereich | Nachlese zu In Phantas Schloß |
| Zyklus | – |
| Zyklusnummer | – |
| Titel | Epilog |
| Textanfang | Heut’ zum letzten Male |
| Zitiert aus | SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 113 |
| Kommentar aus | SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 812, 813 |
| Überlieferung | T 1894/95, Bl.36f. |
| Datierung | vermutlich Winter 1894/95 |
| Erstdruck | SA Band I Lyrik 1887-1905 |
| Gemeinfrei | ja |
| Rezeptionen: künstlerisch | – |
| Rezeptionen: wissenschaftlich | – |
| Rezeptionen: Buchausgaben | – |
| Rezeptionen: weiteres | – |
| Kommentar | – |
| Volltexterfassung | siehe Unterseite |
| ID | LYR-SA-01-05-0046 |