Mondaufgang

Aus CMO

In den Wipfeln des Walds,
die starr und schwarz
in den fahlen Dämmerhimmel
gespenstern,
5hängt eine große
glänzende Seifenblase.

Langsam löst sie sich
aus dem Geäst
und schwebt hinauf
10in den Äther.

Unten im Dickicht
liegt Pan,
im Munde
ein langes Schilfrohr,
15dran noch der Schaum
des nahen Teiches
verkrustet schillert.

Blasen blies er,
der heitere Gott:
20Die meisten aber
platzten ihm tückisch.
Nur eine
hielt sich tapfer
und flog hinaus
25aus den Kronen.

Da treibt sie schimmernd,
vom Winde getragen,
über die Lande.
Immer höher steigt
30die zerbrechliche Kugel.

Pan aber blickt
mit klopfendem Herzen -
verhaltenen Atems -
ihr nach.

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Titel Mondaufgang
Textanfang In den Wipfeln des Walds
Zitiert aus
Kommentar Stuttgarter Ausgabe, Lyrik I, S.
Überlieferung T 1894 II, Bl. 94f.
Datierung vermutl. September - Dezember 1894
Erstdruck In Phanta's Schloß (1895)
Gemeinfrei seit
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