Abenddämmerung
Eine runzelige Alte,
schleicht die Abenddämmerung,
gebückten Ganges
durchs Gefild
5und sammelt und sammelt
das letzte Licht
in ihre Schürze.
Vom Wiesenrain,
von den Hüttendächern,
10von den Stämmen des Walds,
nimmt sie es fort.
Und dann
humpelt sie mühsam
den Berg hinauf
15und sammelt und sammelt
die letzte Sonne
in ihre Schürze.
Droben umschlingt ihr
mit Halsen und Küssen
20ihr Töchterchen Nacht
den Nacken
und greift begierig
ins ängstlich verschlossene
Schurztuch.
25Als es sein Händchen
wieder herauszieht,
ist es schneeweiß,
als wär’ es mit Mehl
rings überpudert.
30Und die Kleine,
längst gewitzt,
tupft mit dem
niedlichen Zeigefinger
den ganzen Himmel voll
35und jauchzt laut auf
in kindlicher Freude.
Ganz unten aber
macht sie einen großen,
runden Tupfen -
40das ist der Mond.
Mütterchen Dämmerung
sieht ihr mit mildem
Lächeln zu.
Und dann geht es
45langsam
zu Bette.
| Werkgruppe | – |
| Werkbereich | – |
| Zyklus | – |
| Zyklusnummer | – |
| Titel | – |
| Textanfang | – |
| Zitiert aus | – |
| Kommentar aus | – |
| Überlieferung | – |
| Datierung | – |
| Erstdruck | – |
| Gemeinfrei | – |
| Rezeptionen: künstlerisch | – |
| Rezeptionen: wissenschaftlich | – |
| Rezeptionen: Buchausgaben | – |
| Rezeptionen: weiteres | – |
| Kommentar | – |
| Volltexterfassung | siehe Unterseite |
| ID | – |
Kommentar
Vorlage veraltet. Wird nicht mehr produktiv verwendet.
| Werkgruppe | – |
| Werkbereich | – |
| Titel | Abenddämmerung |
| Textanfang | Eine runzelige Alte |
| Zitiert aus | – |
| Kommentar | Stuttgarter Ausgabe, Lyrik I, S. 770 |
| Überlieferung | T 1894 II, Bl. 76f. |
| Datierung | vermutl. September-Dezember 1894 |
| Erstdruck | In Phanta's Schloß (1895) |
| Gemeinfrei seit | – |
| Rezeptionen: künstlerisch | – |
| Rezeptionen: wissenschaftlich | – |
| Rezeptionen: Buchausgaben | – |
| Rezeptionen: weiteres | – |
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