Vom Stein-Platz zu Charlottenburg (Nachlese zur Galgenpoesie)
Den Stein-Platz soll ein Elefant
von Gaul, so hör ich, schmücken;
doch manche schelten dies genant
und finden keine Brücken
5vom Elefanten bis zu Stein,
von Stein zum Elefanten -
und sagen drum energisch nein
zu dem zuerst Genannten.
Und doch! War Stein kein großes Tier?
10Ich denke doch, er war es.
Und gilt der Elefant nicht schier
als Gottheit in Benares?...
Ihr wackern Richter, laßt den Wert
des Werks den Streit entscheiden!
15Der Stein, den uns ein Gaul beschert,
wird seinen Stein-Platz kleiden.
Ihr, die man ein Kulturvolk heißt,
wagt's doch, Kultur zu haben!
Und dankt dem Bildner Stein im Geist,
20so und nicht nach dem Buch-Staben!
| Werkgruppe | Humoristische Lyrik |
| Werkbereich | Nachlese zur Galgenpoesie - Galgenlieder nebst anderem |
| Zyklus | – |
| Zyklusnummer | – |
| Titel | Vom Stein-Platz zu Charlottenburg |
| Textanfang | Den Stein-Platz soll ein Elefant |
| Zitiert aus | SA Band III Humoristische Lyrik, S. 171-172 |
| Kommentar aus | SA Band III Humoristische Lyrik, S. 717-718 |
| Überlieferung | – |
| Datierung | Der SA-Kommentar schreibt: Das Gedicht stammt möglicherweise aus der Zeit des kurzen Aufenthalts des Dichters in Charlottenburg (September/Oktober 1905). |
| Druck | Kunst und Künstler (Zeitschrift) 7 (1909), S. 277 |
| Gemeinfrei | ja |
| Volltext | siehe Unterseite |
| ID | – |
Kommentar
Dieses Gedicht wurde in der Stuttgarter Ausgabe zuerst in SA Band I Lyrik 1887-1905 im Werkbereich Zyklische Dichtungen publiziert und erhält von dort seine ID -> Vom Stein-Platz zu Charlottenburg.