Die fliegenden Hyänen

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Ging ich heut im Traum durch eine Ebne.
Goldhell leuchtete der Grund des Himmels,
als mit einem Mal ein plump Gewölk sich
zwischen ihn und meine Blicke drängte.
5 Mehr und mehr: Von schwarzen, trägen Massen
war zuletzt das Firmament verfinstert.
Wollte flüchten, doch der Boden hielt mich.
Und wie ich voll Schrecken späh’ und spähe,
wirr’ ich endlich aus dem Chaos Linien,
10 fasse Formen, scheide Rümpfe, Leiber.
Und mich selber frag’ ich laut die Frage:
Kennst du nicht die fliegenden Hyänen,
die des Nachts der schlafbefangnen Völker
Städt’ und Felder ruhlos überziehen,
15 und wo sie begrabne Schuld und Sorge
in dem Herzen eines Menschen wittern,
sie aus ihren stillen Grüften wühlen,
daß er, wie von fürchterlichem Alpdruck,
seufzt und stöhnt und sich in Tränen badet?
20 Und ich fuhr von meiner lauten Frage
selber auf und starrte weiten Auges
in das Morgendämmer meines Zimmers.


Lyrik | Nachlese zu Auf vielen Wegen
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Werkgruppe Lyrik
Werkbereich Nachlese zu Auf vielen Wegen
Zyklus Träume
Zyklusnummer
Titel Die fliegenden Hyänen
Textanfang Ging ich heut im Traum durch eine Ebne
Zitiert aus 194, 195
Kommentar aus 841
Überlieferung Einzelblatt, maschinenschriftlich, im Nachlaß
Datierung
Erstdruck Das Magazin für Litteratur 66 (1897) Sp. 393
Gemeinfrei ja
Rezeptionen: künstlerisch
Rezeptionen: wissenschaftlich
Rezeptionen: Buchausgaben
Rezeptionen: weiteres
Kommentar
Volltexterfassung siehe Unterseite
ID LYR-SA-01-04-0003