Die Weide am Bache

Aus CMO

Weißt du noch, Phanta,
wie wir jüngst
eine Nyade,
eine der tausend
5Göttinnen der Nacht,
bei ihrem Abendwerk
belauschten?

Einer Weide
half sie, sorglich
10wie eine Mutter,
ins Nachthemd,
das sie zuvor
aus den Nebel-Linnen des Bachs
kunstvoll gefertigt.
15Ungeschickt
streckte der Baum die Arme aus,
hineinzukriechen
ins Schlafgewand.
Da warf es die Nymphe
20lächelnd ihm über den Kopf,
zog es herab,
strich es ihm glatt an den Leib,
knöpfte an Hals und Händen
es ordentlich zu
25und eilte weiter.

Die Weide aber,
in ihrem Nachtkleid,
sah ganz stolz
empor zu Luna.
30Und Luna lächelte,
und der Bach murmelte,
und wir beide,
wir fanden wieder einmal
die Welt sehr lustig.

Lyrik | In Phantas Schloß
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Mondbilder: I. | II. | III. | IV.
Erster Schnee | Talfahrt | Epilog
Zur Textgestalt der Stuttgarter Ausgabe | In Phantas Schloß - Eine Einführung


Werkgruppe Lyrik
Werkbereich In Phantas Schloß
Zyklus
Zyklusnummer
Titel Die Weide am Bache
Textanfang Weißt du noch, Phanta
Zitiert aus Stuttgarter Ausgabe, Lyrik I, S. 51, S. 52
Kommentar aus Stuttgarter Ausgabe, Lyrik I, S. 770
Überlieferung T 1894 I, loses Blatt
Datierung vermutlich August 1894
Erstdruck In Phanta's Schloß (1895)
Gemeinfrei ja
Rezeptionen: künstlerisch
Rezeptionen: wissenschaftlich
Rezeptionen: Buchausgaben
Rezeptionen: weiteres
Kommentar
Volltexterfassung siehe Unterseite
ID LYR-SA-01-01-0025