Am stillen Waldteich oT: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 18. Dezember 2025, 14:48 Uhr
Am stillen Waldteich
ruht Pan
und stimmt die Unken
nach seiner Flöte.
5Die Nichtsänger
planen inzwischen
in der Mitte des Sees
eine große Überraschung.
Zum Grund hinab taucht
10die ganze Gesellschaft.
Endlich
hört man sie wieder
nach oben pusten.
Das Wasser zittert,
15und eine goldene Kugel
beträchtlichen Umfangs
hebt sich ein wenig
über die Flut.
Langsam tragen
20mit arger Mühe
die unterseeischen Schwimmer
den Ball zum Ufer
bis vor die Füße
des flötenden Pans.
25Verwundert endet
der Gott sein Spiel
und erhebt sich,
das Kleinod zu greifen.
Da streift sein Auge
30zufällig den Himmel.
Zusammenzuckend
legt er den Finger
auf den Mund
und weist stumm
35nach oben.
Und die Unken
brechen ab
und glotzen
starr
40nach oben.
Totenstille.
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Die Schwimmer unten
harren vergeblich
auf Pans Beifall.
45Betrübt
lassen zuletzt
die Last sie los
und tauchen empor.
Die Kugel sinkt
50und mit ihr
verschwindet
ihr himmlisches Spiegelbild.
Da stehn sie nun,
die Anstifter
55in ihren grünen Schwimmhosen,
und bitten um Auskunft—:
Und tausendstimmig wird ihnen Antwort.
| Werkgruppe | Lyrik |
| Werkbereich | Nachlese zu In Phantas Schloß |
| Zyklus | – |
| Zyklusnummer | – |
| Titel | – |
| Textanfang | Am stillen Waldteich |
| Zitiert aus | SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 77, 78 |
| Kommentar aus | SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 783, 784 |
| Überlieferung | T 1894/95, Bl.26f. |
| Datierung | vermutlich Winter 1894/95 |
| Erstdruck | Stuttgarter Ausgabe - Band I |
| Gemeinfrei | ja |
| Rezeptionen: künstlerisch | – |
| Rezeptionen: wissenschaftlich | – |
| Rezeptionen: Buchausgaben | – |
| Rezeptionen: weiteres | – |
| Kommentar | – |
| Volltexterfassung | siehe Unterseite |
| ID | LYR-SA-01-05-0013 |