Im Tann: Unterschied zwischen den Versionen
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| Textanfang = Gestern bin ich weit gestiegen | | Textanfang = Gestern bin ich weit gestiegen | ||
| Zitiert_aus = [[Christian Morgenstern - Werke und Briefe. Kommentierte Ausgabe. Bd. I - Lyrik 1887-1905. Urachhaus 1988|Stuttgarter Ausgabe, Lyrik I]], S. 40 | | Zitiert_aus = [[Christian Morgenstern - Werke und Briefe. Kommentierte Ausgabe. Bd. I - Lyrik 1887-1905. Urachhaus 1988|Stuttgarter Ausgabe, Lyrik I]], [[:Datei:Sa1-0040.png|S. 40]], [[:Datei:Sa1-0041.png|S. 41]] | ||
| Kommentar = [[Christian Morgenstern - Werke und Briefe. Kommentierte Ausgabe. Bd. I - Lyrik 1887-1905. Urachhaus 1988|Stuttgarter Ausgabe, Lyrik I]], S. 764 | | Kommentar = [[Christian Morgenstern - Werke und Briefe. Kommentierte Ausgabe. Bd. I - Lyrik 1887-1905. Urachhaus 1988|Stuttgarter Ausgabe, Lyrik I]], [[:Datei:Sa1-0764.png|S. 764]] | ||
| Überlieferung = [[Liste der Tagebücher Christian Morgensterns|T 1894 I]], Bl. 63 und [[Liste der Tagebücher Christian Morgensterns|T 1894 II]], Bl. 72 f. | | Überlieferung = [[Liste der Tagebücher Christian Morgensterns|T 1894 I]], Bl. 63 und [[Liste der Tagebücher Christian Morgensterns|T 1894 II]], Bl. 72 f. | ||
| Datierung = vermutlich September bis Dezember 1894 | | Datierung = vermutlich September bis Dezember 1894 | ||
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Version vom 26. Oktober 2025, 11:08 Uhr
Gestern bin ich weit gestiegen,
abwärts, aufwärts, kreuz und quer;
und am Ende, gliederschwer,
blieb im Tannenforst ich liegen.
5Weil’ ich gern in heitrer Buchen
sonnengrünem Feierlichte,
lieber noch, wo Tann und Fichte
kerzenstarr den Himmel suchen.
Aufrecht wird mir selbst die Seele,
10läuft mein Aug’ empor den Stamm:
Wie ein Kriegsvolk, straff und stramm,
stehn sie da ohn’ Furcht und Fehle;
ernst, in selbstgewollter Buße,
nicht zur Rechten nicht zur Linken:
15Wer der Sonne Kuß will trinken,
hat im Dämmer keine Muße.
Denksam saß ich. Moose stach ich
aus des Waldgrunds braunem Tuch.
Und der frische Erdgeruch
20tat mir wohl, und heiter sprach ich:
Wahrlich, ich vergleich’ euch Riesen
unerbittlichen Gedanken,
die sich ohne weichlich Wanken
Höhenluft der Wahrheit kiesen.
25Philosophin Mutter Erde
hat euch klar und schlicht gedacht,
jeglichem zu Lehr’ und Acht,
wie man teil des Lichtes werde.
Stolz aus lauem Dämmer flüchten,
30Rast und Abweg herb verachten,
nur das eine Ziel ertrachten -
also muß der Geist sich züchten.
Lang noch an den schlanken Fichten
sah ich auf mit ernstem Sinn.
35Erde! Große Meisterin
bist du mir im Unterrichten!
Besser als Folianten lehren,
lehrst mich du, solang mein Leben.
Unerschöpflich ist dein Geben,
40doch noch tiefer mein Verehren.
| Lyrik | In Phantas Schloß |
| Widmung | Vorspruch | Prolog | Auffahrt | Im Traum | Phantas Schloß | Sonnenaufgang Wolkenspiele: I | II | III | IV | V | VI |
| Werkgruppe | Lyrik |
| Werkbereich | In Phantas Schloß |
| Zyklus | – |
| Zyklusnummer | – |
| Titel | Im Tann |
| Textanfang | Gestern bin ich weit gestiegen |
| Zitiert aus | Stuttgarter Ausgabe, Lyrik I, S. 40, S. 41 |
| Kommentar aus | Stuttgarter Ausgabe, Lyrik I, S. 764 |
| Überlieferung | T 1894 I, Bl. 63 und T 1894 II, Bl. 72 f. |
| Datierung | vermutlich September bis Dezember 1894 |
| Erstdruck | In Phanta's Schloß (1895) |
| Gemeinfrei | ja |
| Rezeptionen: künstlerisch | – |
| Rezeptionen: wissenschaftlich | – |
| Rezeptionen: Buchausgaben | – |
| Rezeptionen: weiteres | – |
| Kommentar | – |
| Volltexterfassung | siehe Unterseite |
| ID | LYR-SA-01-01-0019 |