Epilog: Unterschied zwischen den Versionen
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Am Schreibtisch finde ich mich wieder, | Am Schreibtisch finde ich mich wieder, | ||
als wie aus krausem Traum erwacht ...: | als wie aus krausem Traum erwacht...: | ||
Vor mir ein Buch seltsamer Lieder, | Vor mir ein Buch seltsamer Lieder, | ||
und um mich stille Mondesnacht. | und um mich stille Mondesnacht. | ||
Ich schaue auf den kleinen Ort, | {{Zeile|5}}Ich schaue auf den kleinen Ort, | ||
aus dem mein Geist im Zorn geflohn: - | aus dem mein Geist im Zorn geflohn: - | ||
Nachtwächter ruft sein Hirtenwort | Nachtwächter ruft sein Hirtenwort | ||
zu greiser Turmuhr biedrem Ton ... | zu greiser Turmuhr biedrem Ton... | ||
Wie knochige Philisterglatzen | Wie knochige Philisterglatzen | ||
erglänzt des Pflasters holprig Beet ... | {{Zeile|10}}erglänzt des Pflasters holprig Beet... | ||
Und auf den Giebeln weinen Katzen | Und auf den Giebeln weinen Katzen | ||
um ein versagtes tête-à-tête. | um ein versagtes tête-à-tête. | ||
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Euch also, winklige Gemäuer, | Euch also, winklige Gemäuer, | ||
durchschnarcht von edlen Atta Trolls, | durchschnarcht von edlen Atta Trolls, | ||
bewarf ich einst mit wildem Feuer | {{Zeile|15}}bewarf ich einst mit wildem Feuer | ||
aus den Vulkanen meines Grolls! | aus den Vulkanen meines Grolls! | ||
Ich sah in eurer Kleinlichkeit | Ich sah in eurer Kleinlichkeit | ||
die Welt, die in mir selbst ich trug: | die Welt, die in mir selbst ich trug: | ||
Es war ein Stück Vergangenheit, | Es war ein Stück Vergangenheit, | ||
das ich in eurem Bild zerschlug. | {{Zeile|20}}das ich in eurem Bild zerschlug. | ||
Von oben hab’ ich lachen lernen | Von oben hab’ ich lachen lernen | ||
auf euer enges Kreuz und Quer! | auf euer enges Kreuz und Quer! | ||
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dem seid ihr kein Memento mehr! | dem seid ihr kein Memento mehr! | ||
In tiefentzückten Weihestunden | {{Zeile|25}}In tiefentzückten Weihestunden | ||
fernab dem Staub der breiten Spur, | fernab dem Staub der breiten Spur, | ||
hab’ ich mich wieder heimgefunden | hab’ ich mich wieder heimgefunden | ||
zum Mutterherzen der Natur! | zum Mutterherzen der Natur! | ||
In ihm ist alles groß und echt, | In ihm ist alles groß und echt, | ||
von gut und böse unentweiht: | {{Zeile|30}}von gut und böse unentweiht: | ||
Schönheit ist Kraft ihm, Kraft ihm Recht, | Schönheit ist Kraft ihm, Kraft ihm Recht, | ||
sein Pulsschlag ist die Ewigkeit. | sein Pulsschlag ist die Ewigkeit. | ||
Wen dieser Mutter Hände leiten | Wen dieser Mutter Hände leiten | ||
vom Heut’ ins Ewige hinein, | vom Heut’ ins Ewige hinein, | ||
der lernt den Schritt des Siegers schreiten, | {{Zeile|35}}der lernt den Schritt des Siegers schreiten, | ||
und Mensch sein heißt ihm König sein! | und Mensch sein heißt ihm König sein! | ||
</poem> | </poem> | ||
{{ | {{ÜbersichtLYR|In Phantas Schloß}} | ||
== | {{InformationLYR | ||
| Werkgruppe = Lyrik | |||
|Titel = | | Werkbereich = In Phantas Schloß | ||
|Textanfang = | | Titel = Epilog | ||
| | | Textanfang = Am Schreibtisch finde ich mich wieder | ||
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| | | Zitiert_aus_raw = SA-01, 64-65 | ||
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[[Kategorie:Gedicht]] | [[Kategorie:Gedicht]] | ||
Aktuelle Version vom 25. Februar 2026, 00:08 Uhr
Am Schreibtisch finde ich mich wieder,
als wie aus krausem Traum erwacht...:
Vor mir ein Buch seltsamer Lieder,
und um mich stille Mondesnacht.
5Ich schaue auf den kleinen Ort,
aus dem mein Geist im Zorn geflohn: -
Nachtwächter ruft sein Hirtenwort
zu greiser Turmuhr biedrem Ton...
Wie knochige Philisterglatzen
10erglänzt des Pflasters holprig Beet...
Und auf den Giebeln weinen Katzen
um ein versagtes tête-à-tête.
Euch also, winklige Gemäuer,
durchschnarcht von edlen Atta Trolls,
15bewarf ich einst mit wildem Feuer
aus den Vulkanen meines Grolls!
Ich sah in eurer Kleinlichkeit
die Welt, die in mir selbst ich trug:
Es war ein Stück Vergangenheit,
20das ich in eurem Bild zerschlug.
Von oben hab’ ich lachen lernen
auf euer enges Kreuz und Quer!
Wer Kurzweil trieb mit Sonn’ und Sternen,
dem seid ihr kein Memento mehr!
25In tiefentzückten Weihestunden
fernab dem Staub der breiten Spur,
hab’ ich mich wieder heimgefunden
zum Mutterherzen der Natur!
In ihm ist alles groß und echt,
30von gut und böse unentweiht:
Schönheit ist Kraft ihm, Kraft ihm Recht,
sein Pulsschlag ist die Ewigkeit.
Wen dieser Mutter Hände leiten
vom Heut’ ins Ewige hinein,
35der lernt den Schritt des Siegers schreiten,
und Mensch sein heißt ihm König sein!
| Lyrik | In Phantas Schloß |
| Widmung | Vorspruch | Prolog | Auffahrt | Im Traum | Phantas Schloß | Sonnenaufgang Wolkenspiele: I | II | III | IV | V | VI |
| Werkgruppe | Lyrik |
| Werkbereich | In Phantas Schloß |
| Zyklus | – |
| Zyklusnummer | – |
| Titel | Epilog |
| Textanfang | Am Schreibtisch finde ich mich wieder |
| Zitiert aus | Stuttgarter Ausgabe, Lyrik I, S. 64, S. 65 |
| Kommentar aus | Stuttgarter Ausgabe, Lyrik I, S. 777, S. 778, S. 779 |
| Überlieferung | T 1894-95, Bl. 83ff., |
| Datierung | Winter 1894/95 |
| Erstdruck | In Phanta's Schloß (1895) |
| Gemeinfrei | ja |
| Rezeptionen: künstlerisch | – |
| Rezeptionen: wissenschaftlich | – |
| Rezeptionen: Buchausgaben | – |
| Rezeptionen: weiteres | – |
| Kommentar | – |
| Volltexterfassung | siehe Unterseite |
| ID | LYR-SA-01-01-0038 |