Sonnenuntergang: Unterschied zwischen den Versionen

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Die Seite wurde neu angelegt: „<poem> {{Zeile|5}} Am Untersaum des Wolkenvorhangs hängt der Sonne purpurne Kugel. Langsam zieht ihn die goldene Last zur Erde nieder, bis die bunten Falten das rotaufzuckende Grau des Meeres berühren. Ausgerollt ist der gewaltige Vorhang. Der tiefblaue Grund, unten mit leuchtenden Farben breit gedeckt, bricht darüber in mächtiger Fläche hervor, karg mit verrötenden Wolkengirlanden durchrankt und mit silbernen Sternchen glitzern…“
 
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{{Zeile|5}}
Am Untersaum  
Am Untersaum  
des Wolkenvorhangs  
des Wolkenvorhangs  
hängt der Sonne  
hängt der Sonne  
purpurne Kugel.  
purpurne Kugel.  
Langsam zieht ihn  
{{Zeile|5}}Langsam zieht ihn  
die goldene Last  
die goldene Last  
zur Erde nieder,  
zur Erde nieder,  
bis die bunten Falten  
bis die bunten Falten  
das rotaufzuckende Grau  
das rotaufzuckende Grau  
des Meeres berühren.  
{{Zeile|10}}des Meeres berühren.  


Ausgerollt ist  
Ausgerollt ist  
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Der tiefblaue Grund,  
Der tiefblaue Grund,  
unten mit leuchtenden Farben  
unten mit leuchtenden Farben  
breit gedeckt,  
{{Zeile|15}}breit gedeckt,  
bricht darüber  
bricht darüber  
in mächtiger Fläche hervor,  
in mächtiger Fläche hervor,  
karg mit verrötenden  
karg mit verrötenden  
Wolkengirlanden durchrankt  
Wolkengirlanden durchrankt  
und mit silbernen Sternchen  
{{Zeile|20}}und mit silbernen Sternchen  
glitzernd durchsät.  
glitzernd durchsät.  
Aus schimmernden Punkten  
Aus schimmernden Punkten  
schau’ ich das Bild
schau’ ich das Bild
einer ruhenden Sphinx
einer ruhenden Sphinx
kunstvoll gestickt.
{{Zeile|25}}kunstvoll gestickt.


Eine Ankerkugel,  
Eine Ankerkugel,  
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Das eintauchende Tuch,  
Das eintauchende Tuch,  
schwer von der Nässe,
schwer von der Nässe,
dehnt sich hinein in die Flut.
{{Zeile|30}}dehnt sich hinein in die Flut.
Die Farben blassen,  
Die Farben blassen,  
mählich verwaschen.  
mählich verwaschen.  
Und bald strahlt  
Und bald strahlt  
vom Himmel zur Erde
vom Himmel zur Erde
nur noch
{{Zeile|35}}nur noch
der tiefe, satte Ton  
der tiefe, satte Ton  
blauschwarzer Seide.
blauschwarzer Seide.
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{{ÜbersichtGedichtband|In Phantas Schloß}}
{{ÜbersichtLYR|In Phantas Schloß}}


== Kommentar ==
{{InformationLYR
{{Gedichtinformation
| Werkgruppe = Lyrik
|Titel = ..
| Werkbereich = In Phantas Schloß
|Textanfang = ..
| Titel = Sonnenuntergang
|zitiert aus = [[Christian Morgenstern - Werke und Briefe. Kommentierte Ausgabe. Bd. I - Lyrik 1887-1905. Urachhaus 1988|Stuttgarter Ausgabe, Lyrik I]], S. ..
| Textanfang = Am Untersaum
|Kommentar = [[Christian Morgenstern - Werke und Briefe. Kommentierte Ausgabe. Bd. I - Lyrik 1887-1905. Urachhaus 1988|Stuttgarter Ausgabe, Lyrik I]], S. ..
| Zitiert_aus = [[Christian Morgenstern - Werke und Briefe. Kommentierte Ausgabe. Bd. I - Lyrik 1887-1905. Urachhaus 1988|Stuttgarter Ausgabe, Lyrik I]], [[:Datei:Sa1-0027.png|S. 27]], [[:Datei:Sa1-0028.png|S. 28]]
|Überlieferung = [[Liste der Tagebücher Christian Morgensterns|T 189]], Bl.  
| Zitiert_aus_raw = SA-01, 27-28
|Datierung = ...
| Kommentar = [[Christian Morgenstern - Werke und Briefe. Kommentierte Ausgabe. Bd. I - Lyrik 1887-1905. Urachhaus 1988|Stuttgarter Ausgabe, Lyrik I]], [[:Datei:Sa1-0758.png|S. 758]], [[:Datei:Sa1-0759.png|S. 759]]
|Erstdruck = [[In Phanta's Schloß (1895)]]
| Kommentar_raw  = SA-01, 758-758
|Gemeinfrei seit = 1985
| Überlieferung = {{TBl|1894-I|100}}f.
|Rezeptionen = ...
| Datierung = vermutlich August 1894
| date_start = 1894-08-01
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| Erstdruck = [[In Phanta's Schloß (1895)]]
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}}
}}


[[Kategorie:Gedicht]]
[[Kategorie:Gedicht]]
[[Kategorie:In Phantas Schloß]]

Aktuelle Version vom 23. Februar 2026, 14:35 Uhr

Am Untersaum
des Wolkenvorhangs
hängt der Sonne
purpurne Kugel.
5Langsam zieht ihn
die goldene Last
zur Erde nieder,
bis die bunten Falten
das rotaufzuckende Grau
10des Meeres berühren.

Ausgerollt ist
der gewaltige Vorhang.
Der tiefblaue Grund,
unten mit leuchtenden Farben
15breit gedeckt,
bricht darüber
in mächtiger Fläche hervor,
karg mit verrötenden
Wolkengirlanden durchrankt
20und mit silbernen Sternchen
glitzernd durchsät.
Aus schimmernden Punkten
schau’ ich das Bild
einer ruhenden Sphinx
25kunstvoll gestickt.

Eine Ankerkugel,
liegt die Sonne im Meer.
Das eintauchende Tuch,
schwer von der Nässe,
30dehnt sich hinein in die Flut.
Die Farben blassen,
mählich verwaschen.
Und bald strahlt
vom Himmel zur Erde
35nur noch
der tiefe, satte Ton
blauschwarzer Seide.

Lyrik | In Phantas Schloß
Widmung | Vorspruch | Prolog | Auffahrt | Im Traum | Phantas Schloß | Sonnenaufgang

Wolkenspiele: I | II | III | IV | V | VI
Sonnenuntergang | Homo Imperator | Kosmogonie | Das Hohelied | Zwischen Weinen und Lachen | Im Tann | Der zertrümmerte Spiegel | Das Kreuz | Die Versuchung | Der Nachtwandler | Andre Zeiten, andre Drachen | Die Weide am Bache | Abenddämmerung | Augustnacht | Mädchentränen | Landregen | Der beleidigte Pan | Mondaufgang
Mondbilder: I. | II. | III. | IV.
Erster Schnee | Talfahrt | Epilog
Zur Textgestalt der Stuttgarter Ausgabe | In Phantas Schloß - Eine Einführung


Werkgruppe Lyrik
Werkbereich In Phantas Schloß
Zyklus
Zyklusnummer
Titel Sonnenuntergang
Textanfang Am Untersaum
Zitiert aus Stuttgarter Ausgabe, Lyrik I, S. 27, S. 28
Kommentar aus Stuttgarter Ausgabe, Lyrik I, S. 758, S. 759
Überlieferung T 1894-I, Bl. 100f.
Datierung vermutlich August 1894
Erstdruck In Phanta's Schloß (1895)
Gemeinfrei ja
Rezeptionen: künstlerisch
Rezeptionen: wissenschaftlich
Rezeptionen: Buchausgaben
Rezeptionen: weiteres
Kommentar
Volltexterfassung siehe Unterseite
ID LYR-SA-01-01-0014