Die Glocke: Unterschied zwischen den Versionen
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Aktuelle Version vom 1. November 2026, 00:44 Uhr
Werbokken in Werbokknen
war ganz aus Käs gemacht,
aus weichem und aus trocknem,
seit jener großen Schlacht -
5womit das Volk der Maden
den heiligen Krieg beendet
und sich durch Gottes Gnaden
dem Käse zugewendet.
Nur eine einzige Glocke
10verblieb dabei dem Haufen:
Vermöge ihres Käses
begann sie wegzulaufen.
Es war die Käseglocke,
die Glocke Çekesla.
15[Nicht lang, so hing sie klingend
dem Chor der Sterne nah.] [?]
Denn zärtlich ward derselben
ein Dom getürmt empor
aus weißem und aus gelbem
20und aus grünem Käsmarmor.
Der Klöppel ward gedrechselt
aus einem Ziegenkäs,
den man im Grab gefunden
von einem alten Knäs.
25Das Läutseil ward geflochten
aus seidnem Parmesan,
und tausend Käseglöckner
zogen tagtäglich daran.
Und hunderttausend Maden
30nachts allsonntäglich
erflehten Gottes Gnaden
herab auf sich und dich.
Doch eines Tages sprang sie
aus ihrem Stuhl und - zer!
35Seitdem gibt's in Werbokknen
wohl keine Glocke mehr.
Seit jenem Tage ward es
ein Land ganz ohne Ruhm
und sank samt seinem Käse
40zurück ins Heidentum.
| Werkgruppe | Humoristische Lyrik |
| Werkbereich | Nachlese zur Galgenpoesie - Galgenlieder nebst anderem |
| Zyklus | – |
| Zyklusnummer | – |
| Titel | Die Glocke |
| Textanfang | Werbokken in Werbokknen |
| Zitiert aus | SA Band III Humoristische Lyrik, S. 186-187 |
| Kommentar aus | SA Band III Humoristische Lyrik, S. 730-731 |
| Überlieferung | Ein Stichwort-Entwurf findet sich schon in
T 1905, Bl. 55. Eine vollständige, zum Teil gestrichene Fassung hat der Dichter in umgekehrter Reihenfolge der Seitenzahlen in T 1906, Bl. 121, 120, 119 eingetragen. |
| Datierung | Der SA-Kommentar schreibt: Datierbar Januar oder Februar 1906. |
| Druck | Der Gingganz (1919), S. 19 f. |
| Gemeinfrei | ja |
| Volltext | siehe Unterseite |
| ID | HUM-SA-03-07-0054 |