Christian Morgenstern - Der Gingganz - Berlin - Cassirer 1919

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Der Gingganz ist ein Band mit humoristischen Gedichten und Prosa aus dem Nachlass Christian Morgensterns. Margareta Morgenstern gab ihn 1919 bei Bruno Cassirer heraus, drei Jahre nach Palma Kunkel. Der Titel stammt von dem Gedicht Der Gingganz aus den Galgenliedern, das dem Band vorangestellt ist.

Bibliografische Angaben

Morgenstern, Christian: Der Gingganz. Aus dem Nachlass herausgegeben von Margareta Morgenstern. - Berlin: Cassirer, 1919.

  • Titelblatt: Christian Morgenstern. Der Gingganz. Aus dem Nachlass herausgegeben von Margareta Morgenstern. Verlag von Bruno Cassirer. Berlin 1919
  • Verfasser: Christian Morgenstern
  • Herausgeberin: Margareta Morgenstern
  • Ort, Verlag, Jahr: Berlin, Bruno Cassirer, 1919
  • Druck: Breitkopf & Härtel, Leipzig
  • Umfang: 74 Seiten, dazu ungezählte Seiten mit Inhaltsverzeichnis und Verlagsanzeige
  • Format: Oktav, etwa 19 x 14,5 cm
  • Ausstattung: Büttenpapier, Originalpappband mit farbiger Deckelzeichnung von Karl Walser, sechs Vignetten von Christian Morgenstern
  • Nachweise: Wilpert/Gühring
  • Katalognummern: OCLC 34063543, Library of Congress PT2625O64 G3 1919

Die Rückseite des Titelblatts trägt den Vermerk, dass alle Rechte vorbehalten sind, ausdrücklich auch das der Vertonung. Darunter verzeichnet sie die Vignetten Morgensterns mit Titel und Seite.

Auflagen

Bis 1925 erschienen mindestens vier Drucke. Textänderungen zwischen ihnen sind nicht bekannt.

  • Erstausgabe, 1919. Eine Auflagenangabe auf dem Titelblatt fehlt im Exemplar des Internet Archive.
  • 8.-14. Tausend, 1919 oder 1920. Die Antiquariate datieren unterschiedlich.
  • 15.-21. Tausend, 1922. 75 Seiten.
  • 22.-25. Tausend, 1925. 75 Seiten, gelbes Leinen mit illustriertem Schutzumschlag.

1932 nahm Margareta Morgenstern den Gingganz in Alle Galgenlieder auf, zusammen mit Galgenlieder, Palmström und Palma Kunkel. Dort ordnete sie die Gedichte neu und erweiterte den Bestand um Gedichte aus dem Nachlass.

Später erschien bei Frederick Ungar in New York eine Ausgabe, die nach ihrem Titel durch Gedichte aus dem Nachlass erweitert und neu angeordnet ist. Sie ist undatiert, die Kataloge setzen sie um 1940 bis 1946 an.

Entstehung und Inhalt

Morgenstern hatte zu Lebzeiten nur zwei Bände mit humoristischer Lyrik bei Cassirer veröffentlicht, Galgenlieder und Palmström. Weitere Sammlungen kamen nach Reinhardt Habel nicht zustande, weil der Verleger zögerte. Margareta Morgenstern stellte sie nach dem Tod ihres Mannes aus dem Nachlass zusammen. Der Gingganz ist nach Palma Kunkel die zweite dieser Sammlungen.

Die Herausgeberin hat die Texte ausgewählt, angeordnet und auch in sie eingegriffen. Die Stuttgarter Ausgabe beschreibt diese Eingriffe in der Einleitung zur Nachlese zur Galgenpoesie, SA Band III Humoristische Lyrik. Die einzelnen Fälle sind auf den Gedichtseiten vermerkt.

Der Band beginnt mit einem Vorspann. Er wiederholt das Titelgedicht aus den Galgenliedern mit Seitenverweis und erklärt das Wort Gingganz mit einem Satz aus Stufen. Es folgen Morgensterns Prosastück Wie die Galgenlieder entstanden und eine Notiz von 1904 über die Galgenpoesie als Weltanschauung.

Danach folgen vier Abschnitte. Am Anfang stehen Galgenlieder und Sprachspiele, danach nachdenkliche Gedichte über Sprache und Erkenntnis und die Vier Legendchen. Wo der zweite Abschnitt beginnt, ist noch zu prüfen. Der dritte Abschnitt versammelt Gedichte um Korf, Palmström und Palma Kunkel. Der vierte ist ein Prosaanhang, eine Folge erfundener Zeitungsanzeigen aus dem Jahr 2407.

Inhaltsverzeichnis

Die Titel folgen dem Textteil des Bandes, die Seitenzahlen dem Inhaltsverzeichnis. Das Verzeichnis des Bandes nennt die Gedichte meist in Kurzform.

Vorspann
I
III
IV

Am Schluss steht eine Verlagsanzeige. Sie führt unter der Überschrift "Von Christian Morgenstern sind erschienen" auch Bände auf, die erst nach seinem Tod herausgegeben wurden, etwa Stufen.

Digitalisate

  • Erstausgabe 1919, Exemplar der Robarts Library der University of Toronto, im Internet Archive. Frei zugänglich, mit Volltext. Die Texterkennung ist nicht korrigiert. archive.org/details/dergingganz00morg
  • Ausgabe 1925, bei HathiTrust. Aus Deutschland nur über VPN einsehbar.

Rezensionen

  • Peter Panter (Kurt Tucholsky): Der Gingganz. In: Die Weltbühne Nr. 38 vom 11. September 1919, S. 335. Volltext bei textlog.de
    Tucholsky stellt Morgenstern neben Wilhelm Busch und bewundert die Verbindung von Spaß und philosophischem Ernst. Die Galgenlieder des ersten Abschnitts hält er für den schwächsten Teil, am besten gefallen ihm die Korf- und Palmström-Gedichte des dritten Abschnitts. Den Prosaanhang empfiehlt er eigens als neue Art von Humor.
  • Ungezeichnet: Neue deutsche Lyrik. In: Das literarische Echo 17 (1920), H. 23, S. 1429.
  • Arnold, Robert F.: Zu Christian Morgensterns "Gingganz". In: Das literarische Echo 24 (1921/22), S. 1148-1149.

Quellen

  • Digitalisat der Erstausgabe im Internet Archive, Titelblatt, Rückseite, Inhaltsverzeichnis und Verlagsanzeige: archive.org/details/dergingganz00morg
  • Katalogeintrag der Erstausgabe bei Open Library: OL24628620M
  • Habel, Reinhardt: "Morgenstern, Christian", in: Neue Deutsche Biographie. Bd. 18. - Berlin: Duncker & Humblot, 1997, S. 104-108. Online-Fassung
  • Christian-Morgenstern-Gesellschaft: Veröffentlichungen über Morgenstern. christian-morgenstern-gesellschaft.de
  • Angaben zu Auflagen, Format und Ausstattung nach Beschreibungen von Antiquariaten, abgerufen am 30. Oktober 2026 über das Zentrale Verzeichnis Antiquarischer Bücher (ZVAB).