Im Traum: Unterschied zwischen den Versionen

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Es weht mir um die Stirne
Es weht mir um die Stirne
{{Zeile|20}}ein Hauch wie von Frauengewand ...
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Folgte zum steilen Firne  
Folgte zum steilen Firne  
mir wer aus dem Unterland?
mir wer aus dem Unterland?
Es beugt sich zu mir nieder  
Es beugt sich zu mir nieder  
ein liebes, schönes Gesicht ...
ein liebes, schönes Gesicht...
{{Zeile|25}}Glaubst du, ich kenne dich nicht,
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Sängerin meiner Lieder?
Sängerin meiner Lieder?
Du bist ja, wo {{Gesperrt|ich}} bin,
Du bist ja, wo {{gesperrt|ich}} bin,
mein bester Kamerade!
mein bester Kamerade!
Bei dir trifft man kein Schade,  
Bei dir trifft man kein Schade,  
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{{ÜbersichtGedichtband|In Phantas Schloß}}
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== Kommentar ==
{{InformationLYR
{{Gedichtinformation
|Titel =
|Textanfang =
|zitiert aus = [[Christian Morgenstern - Werke und Briefe. Kommentierte Ausgabe. Bd. I - Lyrik 1887-1905. Urachhaus 1988|Stuttgarter Ausgabe, Lyrik I]], S. 15
|Kommentar = [[Christian Morgenstern - Werke und Briefe. Kommentierte Ausgabe. Bd. I - Lyrik 1887-1905. Urachhaus 1988|Stuttgarter Ausgabe, Lyrik I]], S. 752
|Überlieferung = [[Liste der Tagebücher Christian Morgensterns|T 1894 II]], Bl. 64 ff.
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{{Gedichtinformation
| Werkgruppe = Lyrik
| Werkgruppe = Lyrik
| Werkbereich = In Phantas Schloß
| Werkbereich = In Phantas Schloß
| Titel = Im Traum
| Titel = Im Traum
| Textanfang = Wer möcht' am trägen Stoffe kleben
| Textanfang = Wer möcht' am trägen Stoffe kleben
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| Datierung = vermutlich August 1894
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[[Kategorie:Gedicht]]
[[Kategorie:Gedicht]]
[[Kategorie:In Phantas Schloß]]

Aktuelle Version vom 23. Februar 2026, 14:20 Uhr

Wer möcht’ am trägen Stoffe kleben,
dem Fittich ward zu Weltenflug!
Ich lobe mir den süßen Trug,
das heitre Spiel mit Welt und Leben.
5In tausend Buntgewande steck’ ich,
was geistig, leiblich mich umschwebt;
in jedem Ding mich selbst entdeck’ ich:
Nur der lebt Sich, der also lebt.

Mir ist, ich sei emporgestürmt
10über stürzende Wasserfälle.
Mir engt’s die Brust, um mich getürmt
ahn’ ich schützende Nebelwälle.
Aus dumpfen Regionen,
aus Welten von Zwergen,
15trieb’s mich fort,
ob auf ragenden Bergen
ein besserer Ort
dem Freien, zu wohnen.

Es weht mir um die Stirne
20ein Hauch wie von Frauengewand...
Folgte zum steilen Firne
mir wer aus dem Unterland?
Es beugt sich zu mir nieder
ein liebes, schönes Gesicht...
25Glaubst du, ich kenne dich nicht,
Sängerin meiner Lieder?
Du bist ja, wo ich bin,
mein bester Kamerade!
Bei dir trifft man kein Schade,
30meine Herzenskönigin!

"Du flohest aus Finsternissen,
mühsamen Mutes,
ich weiß es.
Du hast zerrissen
35dein Herz, dein heißes,
und bei dem Leuchten deines Blutes
bist du den dunklen Pfad
weiter getreten,
bis du mich fandest
40und mit tiefen Gebeten
mich an dich bandest,
daß ich dich liebgewann,
dem ringenden Mann
ein treuer Kamerad.

45Du brachst uralte Ketten
und kamst heute Nacht
in mein Reich.
Ich will dich betten
an meiner Brust
50warm und weich,
in Träumepracht
deine Seele verzücken:
Der ganzen Welt
Außen und Innen
55sei deinem Sinnen
preisgestellt.
Magst sie schmücken
mit lachender Lust,
magst sie tausendfach
60deuten und taufen,
mit Berg und Wald,
mit Wiese und Bach,
mit Wolken und Winden,
mit Sternenhaufen
65dein Spiel treiben,
deinen Spaß finden;
brauchst nicht zu bleiben
an einem Ort;
magst die Welt
70bis zu Ende laufen;
denn Hier oder Dort,
wo du auch seist,
wo sich das Himmelszelt
über die Erde spannt:
75Das sei deinem Geist
Phantas Schloß genannt."

Schneller strömt des Blutes Fluß,
Wonne mich durchschauert,
auf meinen Lippen dauert
80sekundenlang dein süßer Kuß.
Nun nimm mich ganz, und trage
mein Fragen mit Geduld!
Für alles, was ich nun sage,
trägst du fortan die Schuld.


Lyrik | In Phantas Schloß
Widmung | Vorspruch | Prolog | Auffahrt | Im Traum | Phantas Schloß | Sonnenaufgang

Wolkenspiele: I | II | III | IV | V | VI
Sonnenuntergang | Homo Imperator | Kosmogonie | Das Hohelied | Zwischen Weinen und Lachen | Im Tann | Der zertrümmerte Spiegel | Das Kreuz | Die Versuchung | Der Nachtwandler | Andre Zeiten, andre Drachen | Die Weide am Bache | Abenddämmerung | Augustnacht | Mädchentränen | Landregen | Der beleidigte Pan | Mondaufgang
Mondbilder: I. | II. | III. | IV.
Erster Schnee | Talfahrt | Epilog
Zur Textgestalt der Stuttgarter Ausgabe | In Phantas Schloß - Eine Einführung


Werkgruppe Lyrik
Werkbereich In Phantas Schloß
Zyklus
Zyklusnummer
Titel Im Traum
Textanfang Wer möcht' am trägen Stoffe kleben
Zitiert aus Stuttgarter Ausgabe, Lyrik I, S. 15, S. 16, S. 17
Kommentar aus Stuttgarter Ausgabe, Lyrik I, S. 752, S. 753
Überlieferung T 1894-II, Bl. 64ff.
Datierung vermutlich August 1894
Erstdruck In Phanta's Schloß (1895)
Gemeinfrei ja
Rezeptionen: künstlerisch
Rezeptionen: wissenschaftlich
Rezeptionen: Buchausgaben
Rezeptionen: weiteres
Kommentar
Volltexterfassung siehe Unterseite
ID LYR-SA-01-01-0005