Theater
Aus CMO
Palmström denkt sich dieses aus:
Ein quadratisch Bühnenhaus,
mit (v. Korf begreift es kaum)
drehbarem Zuschauerraum.
5Viermal wechselt Dichters Welt,
viermal wirst du umgestellt.
Auf vier Bühnen tief und breit
schaust du basse Wirklichkeit.
Denn in dieser Quadratur,
10wo pro Jahr ein Drama nur,
wird natürlich jeder Akt
höchst veristisch angepackt.
Mauern siehst du da von Stein,
Bäche murmeln quick und rein,
15Erdreich riechst du schlecht und recht,
Gras und Baum blühn wurzelecht.
Alles steht hier für ein Jahr
und ist deshalb wirklich wahr. -
Palmström macht sich ein Modell:
20formt aus Rauschgold einen Quell
und aus Schächtelchen ein Dorf...
und verehrt das Ganze Korf.
| Werkgruppe | Humoristische Lyrik |
| Werkbereich | Palmström |
| Zyklus | – |
| Zyklusnummer | – |
| Titel | Theater |
| Textanfang | Palmström denkt sich dieses aus |
| Zitiert aus | SA Band III Humoristische Lyrik, S. 115-116 |
| Kommentar aus | SA Band III Humoristische Lyrik, S. 673-674 |
| Überlieferung | – |
| Datierung | Der SA-Kommentar schreibt: vor dem 13. Januar 1910. An diesem Tag sandte CM die Gedichte der 1. Palmströmauflage an Bruno Cassirer, wie er ihm am 14. Januar 1910 schreibt. |
| Druck | Die Schaubühne (Zeitschrift) 6 (7.4.1910) Nr. 14, S. 374; Palmström (1910), S. 17 f. |
| Gemeinfrei | ja |
| Volltexterfassung | siehe Unterseite |
| ID | HUM-SA-03-05-0012 |