III,21/Volltext

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III,21

Heut soll der Zweiundsechziger endlich dran, der jenes Jahr, da Bismarck Minister ward, gleich mir sich zum Geburtsjahr wählte! Mag er in Melancholie mich stürzen,

mag Scherz und Spott, mag hitzige Händelsucht, mag Liebeswut, mag friedlichen Schlummer er uns bringen!... Bitte schön, Frau Lehmann! Hier sind die Schlüssel: die Flasche Rheinwein!

Ich denke, Karl, du wirst doch kein Unmensch sein, obzwar Dozent der Philosophie du bist: - verwarf's doch selbst der strenge Kant nicht, manchmal ein Gläschen vergnügt zu trinken.

Ein Weinchen! o, ich sag dir, ein Weinchen, Freund! bei dem ein Klotz Ekstatiker werden muß, bei dem die kniffigsten Schlaumeier in ihre Karten sich gucken lassen.

Ein Saft, der jede Sorge zur Hölle jagt, der jeden Tropfen Blutes dir glühend macht, daß stolz du wirst vor Königsthronen und vor des Staatsanwalts Auge furchtlos.

Vor fünf Uhr morgens gehn wir heut nicht zu Bett. So lang das Öl im Becken der Lampe reicht, laß froh die Stunden uns verplaudern! Prosit, amico! auf: "Was wir lieben"!

O nata mecum consule Manlio, seu tu querellas sive geris iocos seu rixam et insanos amores, seu facilem, pia testa, somnum,

quocumque lectum nomine Massicum servas, moveri digna bono die, descende, Corvino iubente promere languidiora vina

non ille, quamquam Socraticis madet sermonibus, te negleget horridus; narratur et prisci Catonis saepe mero caluisse virtus.

Tu lene tormentum ingenio admoves plerumque duro; tu sapientium curas et arcanum iocoso consilium retegis Lyaeo;

tu spem reducis mentibus anxiis viresque et addis cornua pauperi, post te neque iratos trementi regum apices neque militum arma.

Te Liberet si laeta aderit Venus segnesque nodum solvere Gratiae, vivaeque producent lucernae, dum rediens fugat astra Phoebus.