Nachlese zu Auf vielen Wegen
Kommentar
Die thematische Vielgestaltigkeit der Bücher Auf vielen Wegen und Ich und die Welt erschwert eine „Nachlese“ im Sinn einer Auslese aus Morgensterns lyrischem Nachlaß, wie sie sich für In Phantas Schloss und Ein Sommer ohne weiteres ergibt. Man könnte zwar im wesentlichen alles einschieben, was nach Phanta in Morgensterns ersten Berliner Jahren an ernster Lyrik entstanden ist; das würde innerhalb der Folge der schmalen Versbücher jedoch erdrückend wirken. Daher wurde - im Rahmen einer kritischen Auswahl - ein Prinzip angewandt, das dem Charakter der einzelnen Bände gerechter wird: Für Auf vielen Wegen wurden Gedichte aus den Jahren 1895-97 ausgewählt, meist aus dem Nachlaßband Mensch Wanderer (1927), die in Motiv und Idee an frühe veröffentlichte Bücher anknüpfen. Die eigentliche „Nachlese“ zu Auf vielen Wegen bilden die Gedichte aus dem Zyklus Träume, die Μ in einer Zeitschrift veröffentlichte, aber nicht ins Buch aufgenommen hat. In einem Fall (Die Dominante) wird zusätzlich die stark abweichende Urfassung geboten. Für viele Texte aus Mensch Wanderer ist keine Originalhandschrift nachweisbar; dann gilt der von der Dichterwitwe publizierte Text als authentisch.