Sonnenuntergang

Aus CMO

Am Untersaum
des Wolkenvorhangs
hängt der Sonne
purpurne Kugel.
5Langsam zieht ihn
die goldene Last
zur Erde nieder,
bis die bunten Falten
das rotaufzuckende Grau
10des Meeres berühren.

Ausgerollt ist
der gewaltige Vorhang.
Der tiefblaue Grund,
unten mit leuchtenden Farben
15breit gedeckt,
bricht darüber
in mächtiger Fläche hervor,
karg mit verrötenden
Wolkengirlanden durchrankt
20und mit silbernen Sternchen
glitzernd durchsät.
Aus schimmernden Punkten
schau’ ich das Bild
einer ruhenden Sphinx
25kunstvoll gestickt.

Eine Ankerkugel,
liegt die Sonne im Meer.
Das eintauchende Tuch,
schwer von der Nässe,
30dehnt sich hinein in die Flut.
Die Farben blassen,
mählich verwaschen.
Und bald strahlt
vom Himmel zur Erde
35nur noch
der tiefe, satte Ton
blauschwarzer Seide.

Werkgruppe
Werkbereich
Zyklus
Zyklusnummer
Titel
Textanfang
Zitiert aus
Kommentar aus
Überlieferung
Datierung
Druck
Gemeinfrei
Volltexterfassung siehe Unterseite
ID




Kommentar

Vorlage:Gedichtinformation