Christian Morgenstern - Werke und Briefe - Kommentierte Ausgabe - Bd VI - Kritische Schriften - Urachhaus 1987
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Umschlag 1
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Umschlag 2
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Einband vorn
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Einband Rücken
Dieser Band ist Teil der Stuttgarter Ausgabe.
Text Umschlag 1
Christian Morgenstern als Kritiker — wer weiß bislang davon? Sicher, als Herausgeber der Zeitschrift »Das Theater« ist er bekannt, auch von seiner Tätigkeit als Lektor für den Verlag Bruno Cassirer weiß man: doch von seinem kulturkritischen Wirken, veranlaßt von seiner sozialen Wachheit, politischen Kritik und kulturellem Engagement, ist bis heute kaum etwas bekannt. Und das, obwohl er schon als Einundzwanzigjähriger, 1892, seine ersten Zeitschriftenbeiträge veröffentlichte und dies bis 1913 fortsetzte.
Als Breslauer Student der Nationalökonomie verteidigt er Karl Marx gegen bürgerliche Abwertung und wirbt in der hektographierten Zeitschrift» Deutscher Geist« für soziale Ideen. Er verachtet die Deutschtümelei, den Byzantinismus, den Kunstgeschmack Wilhelms II. und den Servilismus, der sich mit Fleiß und Brutalität verband. Ihn empören die Geschmacksnivellierung, die »Fabrikantenkultur«, die »Barbarei« des Bauens und die Trivialität des Theaters. Mit noch heute gültigen Argumenten polemisiert er scharf gegen die Todesstrafe. Doch nicht allein die Tatsache, daß er sich zu den genannten Themen äußert, ist bemerkenswert; viel interessanter noch ist die Vielzahl der Entwürfe und Briefe, der in den Tagebüchern verstreuten Notizen und Verse, die ständig mit den kritischen Texten korrespondieren ;ja mehr noch: Auch wenn Morgenstern »dem Tage frohnden« muß, er um Brot schreibt, auch selbst dann will er mit seinem Beitrag nach seinen Möglichkeiten »Brot geben« und zu übergreifenden Gesichtspunkten vorstoßen, die einer Reflexion der eigenen Arbeit standhalten: »Je ernster ein Kritiker seine Kritik nimmt, desto kritischer wird er seinen Ernst nehmen.«
Text Umschlag 2
Diese »Kommentierte Werkausgabe« revidiert das Bild vom dichterischen Werk Christian Morgensterns. Durch den erstmals wissenschaftlich ausgewerteten Nachlaß werden Pläne und Fragmente sichtbar, Verschollenes findet sich auf, anscheinend bekannte Texte müssen neu gelesen werden.
Die Stuttgarter Ausgabe enthält alles zu Lebzeiten Morgensterns und seither Publizierte, ergänzt um die Texte aus dem unveröffentlichten Nachlaß und die unter Pseudonym verfaßten Beiträge und Essays in Zeitschriften, so daß sich nun ein vollständiges und authentisches Bild von seinem schriftstellerischen Schaffen ergibt. Dabei richtet sich die Wiedergabe nach den Grundsätzen der wissenschaftlichen Editionsmethode; der Kommentarteil bringt Angaben zur Überlieferung ebenso wie Textvarianten, die alle Vorstudien bis hin zu Stichwort-Entwürfen und vom Autor getilgte Fassungen, soweit sie die Wortbedeutung wesentlich verändern, wiedergeben. In einführenden Kommentaren zu den einzelnen Werkgruppen erläutert diese Ausgabe das sachlich Wissenswerte zur Stellung innerhalb des Gesamtwerks, zur Entstehungsgeschichte und gegebenenfalls zur Textlage. Kommentare zu einzelnen Stellen schließen sich an.
BAND I Lyrik 1887—1905
BAND II Lyrik 1906—1914
BAND III Humoristische Lyrik
BAND IV Episches und Dramatisches
BAND V Aphorismen
BAND VI Kritische Schriften
BAND VII Briefe 1887—1904
BAND VIII Briefe 1905—1908
BAND IX Briefe 1909—1914