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Nach der ersten, der naiven Phase seiner Lyrik strömt in der zweiten Phase Welt auf den Dichter ein, und das bedeutet bei Morgenstern auch: Literatur. Die Schmiegsamkeit seines Naturells bedingt das ständig sich wandelnde Hineinfühlen in enthusiastisch aufgenommene gedankliche und formale Strömungen innerhalb des ihm bekannt werdenden Schrift-
Nach der ersten, der naiven Phase seiner Lyrik strömt in der zweiten Phase Welt auf den Dichter ein, und das bedeutet bei Morgenstern auch: Literatur. Die Schmiegsamkeit seines Naturells bedingt das ständig sich wandelnde Hineinfühlen in enthusiastisch aufgenommene gedankliche und formale Strömungen innerhalb des ihm bekannt werdenden Schrifttums. In seiner pubertären Lyrik sind durchaus epigonale Anklänge auffindbar: an den Vormärz, an die dünnblütige Nachromantik eines Geibel, an den aufkommenden naturalistischen Ton bei Holz und Schlaf. Morgenstern {{Gesperrt|will}} dichten, weil er nicht anders {{Gesperrt|kann}}. Dichten ist {{Gesperrt|seine}} Art, sich zu äußern, ja man ist versucht zu sagen: zu leben. Er tat das jederzeit ''aus heißem Herzen'' (so nannte er bezeichnenderweise eine Sammlung seiner Jugendlyrik, die er 1892 seinen Eltern zu Weihnachten schenkte), aber dabei tastet er nach Ausdrucksmitteln und -formen, die er vorfand -keinem jungen Dichter wird es, wenigstens in seinen Anfängen, anders gehen. Von diesen Jugendversen hat Morgenstern nichts in die von ihm veröffentlichten Bücher aufgenommen.


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Das tiefste, ihn vorübergehend ganz erfüllende und verwandelnde Erlebnis seiner jungen Jahre heißt {{Gesperrt|Nietzsche}} und trifft den dreiundzwanzigjährigen Studenten während des Breslauer Winters 1895/94. Der Einfluß Nietzsches auf Morgenstern ist gar nicht zu überschätzen. Der Dichter bekennt, daß ''Nietzsche mein eigentlicher Bildner und die leidenschaftliche Liebe langer Jahre wurde'' (Abt. Aphorismen Nr. 1). Morgenstern ist später über Nietzsche hinausgewachsen, hat ihn verneint, aber ganz überwunden und abgetan war er für ihn wohl nie. Von Nietzsche her wurden Form und Sprache seines gedruckten Erstlings {{Kap|In Phantas Schloss}} (1895) bestimmt, den er ''Dem Geiste Friedrich Nietzsches'' widmete und der Mutter des Philosophen verehrungsvoll zusandte. Von Nietzsche stammt der hymnisch-dithyrambische, vielfach freirhythmische Vers. Von Nietzsche aber wurde noch etwas anderes in Morgenstern nicht so sehr angeregt als vielmehr als eigene, ursprüngliche Anlage freigelegt, bewußt gemacht und von da ab gepflegt: das blitzartig erhellende aphoristische Denken, das sich dem systematischen Denkprozeß widersetzt. In seinem Werk heißt das: die beiden nachgelassenen, aber von ihm bei Lebzeiten geplanten Sammlungen {{Kap|Stufen}} (der aphoristische Denker) und {{Kap|Epigramme und Sprüche}} (der aphoristisch-didaktische Lyriker).
 
In der knappen, epigrammatisch zugespitzten Form hat Morgenstern sein Bestes an ernster Lyrik gegeben. Da ihm das folgerichtige Entwickeln von Gedanken nicht gemäß war, war ihm auch nicht gemäß die große Form. Wo er weit Ausgreifendes unternimmt, mißlingt es oder bleibt Fragment. Der hymnische Stil ist Stil jugendlicher und jugendgemäßer Selbstäußerung. Er wandelt sich naturgemäß später zu schlichteren Formen und Aussageweisen; das liedhafte Gebilde und kürzere lyrische Stimmungsbild treten hervor. Der Jugend gemäß ist aber das Greifen nach großarti-
 
gen, weitgespannten Projekten, selbst und gerade dort, wo sie die vorhandene Schöpferkraft übersteigen. Das maßlose Wollen und Planen, das meist ungestaltet verlodert und verglüht, hat hier seinen Grund. Es spricht aber auch für Morgensterns Neigung zu zyklischen Zusammenschlüssen (vgl. den Abschnitt Zyklen-Pläne, S. 711 ff.). Wichtig war ihm die Anordnung der Gedichte ''in Gruppen und diese Gruppenreihe wiederum zu einem größeren Komplex'' zu vereinigen (14.9.1906 an Friedrich Kayssler). In den Berliner Jahren, in denen {{Kap|Phanta}} erscheint, trägt er sich mit allerlei weitgespannten zyklischen Plänen, hochgetürmten lyrisch-hymnischen Monumenten, lyrischen Kosmiaden und Kosmogonien, Symphonien und Gesängen. Ein kosmisches, naturhymnisches Grundgefühl dominiert, verbindet aber den pathetischen Überschwang gemäß seiner Doppelbegabung mit grotesken und humoristischen Zügen. Schon der {{Kap|Phanta}}-Erstling hieß ja im Untertitel ''Ein Zyklus humoristisch-phantastischer Dichtungen'', und das Wort humoristisch war hier in einem ausgesprochen weiten und tiefen Sinne gemeint: ''ein durch den unendlichsten Schmerz jubelndes Jasagen zu dieser Welt'' (T 1894 II, Bl. 112, Abt. Aphorismen Nr. 15). Zur gleichen Zeit, als {{Kap|Phanta}} entsteht, trägt sich der Dichter mit dem Gedanken einer {{Kap|Kosmiade}} vom {{Kap|Weltkobold}}, er plant einen Zyklus {{Kap|Sonnenaufgänge}}, eine lyrisch-epische {{Kap|Symphonie}}, die in vier musikalisch empfundenen Sätzen seine gesamte Welt- und Lebenserfahrung einfangen sollte (Abt. Aphorismen Nr. 1724-1875), Meergesänge im Stil der gemalten Meeres-Mythologie von Böcklin ({{Kap|Poseidon und Selene}}). Bei der Durchsicht der Nachlaß-Masse mit ihren zahlreichen Entwürfen und Fragmenten läßt sich im einzelnen oft nicht ausmachen, welches Bruchstück zu welcher Konzeption gehört, ja inwieweit nicht manche der verschieden benannten Pläne miteinander identisch sind. Was von alledem ausreifte, hat Morgenstern schließlich zum Teil an ihm geeignet erscheinenden anderen Stellen eingereiht. Unsere Ausgabe versucht, diese Zyklen, wenigstens andeutungsweise, wiederherzustellen und geschlossen darzubieten. Dadurch ergeben sich einige Überschneidungen insofern, als einzelne Gedichte zweimal erscheinen, einmal in dem Buchzusammenhang, in den sie Morgenstern gestellt hat, und dann noch einmal innerhalb des Zyklus, für den sie ursprünglich gedacht waren.
 
Jugend ist Zeit der Fülle. Lyrische Produktion quillt meist am stärksten in der Jugend. Die auf {{Kap|Phanta}} folgenden Gedichtbände {{Kap|Auf vielen Wegen}} (1897) und {{Kap|Ich und die Welt}} (1898), also noch immer Jugendwerke, sind die, umfangreichsten, die Morgenstern überhaupt veröffentlicht hat, und {{Kap|Phanta}} selbst stellt nur eine Auswahl aus einer weitaus größeren Menge poetischer Hervorbringungen zum Thema dar (vgl. Μ an Eugenie Leroi am 27.2.1895. {{Kap|Briefe}}. Auswahl (1952) S.63 f.). So war es möglich, aus dem bisher ungedruckten Nachlaß so etwas wie einen zweiten {{Kap|Phanta}}-Band zusammenzustellen. Einiges aus der {{Kap|Phanta}}-Zeit ist bereits in die genannten beiden folgenden Bücher eingegangen; Morgenstern wollte selbst das dritte Buch als Ergänzung des ersten und mehr noch des zweiten verstanden wissen (vgl. Ms Vorwort zu {{Kap|Ich und die Welt}}, S. 210). Dabei wäre vor allem an Gedichte aus dem Umkreis kosmischer oder phantastisch-visionärer Vorstellungen zu denken ({{Kap|Vier Elementarphantasien, Der Urton, Wohl kreist verdunkelt oft der Ball, Bahn frei!, Machtrausch}}). Friedrich Kayssler verstand {{Kap|Ich und die Welt}} als einen "Ergänzungsband", "eine Art Nachtrag" zu {{Kap|Auf vielen Wegen}} (an Μ am 27.1.1899).
 
Das zweite Buch ist Friedrich Kayssler, dem "Urfreund", gewidmet. Freundschaft, und zwar zu Männern und Frauen, tritt jetzt überhaupt stark und lebensbestimmend in Erscheinung; zahlreiche Widmungen einzelner Gedichte bezeugen es.


tums. In seiner pubertären Lyrik sind durchaus epigonale Anklänge auffindbar: an den Vormärz, an die dünnblütige Nachromantik eines Geibel, an den aufkommenden naturalistischen Ton bei Holz und Schlaf. Morgenstern {{Gesperrt|will}} dichten, weil er nicht anders {{Gesperrt|kann}}. Dichten ist {{Gesperrt|seine}} Art, sich zu äußern, ja man ist versucht zu sagen: zu leben. Er tat das jederzeit ''aus heißem Herzen'' (so nannte er bezeichnenderweise eine Sammlung seiner Jugendlyrik, die er 1892 seinen Eltern zu Weihnachten schenkte), aber dabei tastet er nach Ausdrucksmitteln und -formen, die er vorfand -keinem jungen Dichter wird es, wenigstens in seinen Anfängen, anders gehen. Von diesen Jugendversen hat Morgenstern nichts in die von ihm veröffentlichten Bücher aufgenommen.
Von jetzt ab beginnt auch die äußere Umwelt (die, durch die Lebensumstände bedingt, häufig wechselt) sich in Morgensterns Lyrik zu spiegeln. Die Berliner Jahre, in denen die dortige Künstler-Boheme stark auf ihn wirkt, geben ihm das Erlebnis der Großstadt: ein Zyklus {{Kap|Berlin}} wird geplant. Er lernt das Meer und die nordische Landschaft, später, durch notwendige Kur- und Erholungsaufenthalte bedingt, die Schweizer und Tiroler Bergwelt und Italien kennen. Für wohl alle Stationen seines unra-stigen Lebens lassen sich poetische Bildskizzen in seiner Lyrik auffinden. Dem euphorischen Lebenstrieb des Lungenkranken begegnet er durch die ernste Auseinandersetzung mit dem immer mehr andringenden Gedanken an den Tod; der Tod wird eines der Bild- und Gedankenmotive seiner Dichtung, das ihn nie mehr verläßt.


Das tiefste, ihn vorübergehend ganz erfüllende und verwandelnde Erlebnis seiner jungen Jahre heißt {{Gesperrt|Nietzsche}} und trifft den dreiundzwanzigjährigen Studenten während des Breslauer Winters 1895/94. Der Einfluß Nietzsches auf Morgenstern ist gar nicht zu überschätzen. Der Dichter bekennt, daß ''Nietzsche mein eigentlicher Bildner und die leidenschaftliche Liebe langer Jahre wurde'' (Abt. Aphorismen Nr. 1). Morgenstern ist später über Nietzsche hinausgewachsen, hat ihn verneint, aber ganz überwunden und abgetan war er für ihn wohl nie. Von Nietzsche her wurden Form und Sprache seines gedruckten Erstlings {{Kap|In Phantas Schloss}} (1895) bestimmt, den er ''Dem Geiste Friedrich Nietzsches'' widmete und der Mutter des Philosophen verehrungsvoll zusandte. Von Nietzsche stammt der hymnisch-dithyrambische, vielfach freirhythmische Vers. Von Nietzsche aber wurde noch etwas anderes in Morgenstern nicht so sehr angeregt als vielmehr als eigene, ursprüngliche Anlage freigelegt, bewußt gemacht und von da ab gepflegt: das blitzartig erhellende aphoristische Denken, das sich dem systematischen Denkprozeß widersetzt. In seinem Werk heißt das: die beiden nachgelassenen, aber von ihm bei Lebzeiten geplanten Sammlungen {{Kap|Stufen}} (der aphoristische Denker) und {{Kap|Epigramme und Sprüche}} (der aphoristisch-didaktische Lyriker).
Die erotische Sphäre hat Morgenstern jederzeit intensiv erlebt. In frühen Versen spiegelt sie sich naturgemäß mehr als Spielerei, als "Liebelei" im Vorfeld. Hinter dem vierten Buch des Dichters {{Kap|Ein Sommer}} (1900) steht aber ein Liebeserlebnis, noch nicht das "eigentliche" (das wird erst in dem Buch {{Kap|Ich und Du}} durchscheinen), aber doch eine sehr innige Beziehung (in Norwegen, wo er im Frühling und Sommer 1898 an seiner Ibsen-Übersetzung arbeitete). Er nannte das Buch (und meinte das Erleb-


In der knappen, epigrammatisch zugespitzten Form hat Morgenstern sein Bestes an ernster Lyrik gegeben. Da ihm das folgerichtige Entwickeln von Gedanken nicht gemäß war, war ihm auch nicht gemäß die große Form. Wo er weit Ausgreifendes unternimmt, mißlingt es oder bleibt Fragment. Der hymnische Stil ist Stil jugendlicher und jugendgemäßer Selbstäußerung. Er wandelt sich naturgemäß später zu schlichteren Formen und Aussageweisen; das liedhafte Gebilde und kürzere lyrische Stimmungsbild treten hervor. Der Jugend gemäß ist aber das Greifen nach großarti-
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Version vom 26. Dezember 2025, 00:40 Uhr

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Einleitung

Aus tausend Bechern trinkt der Dichter den Wein der Welt.
Christian Morgenstern
(T 1894 II, Bl. 122)

Morgensterns Entwicklung als Lyriker

Christian Morgenstern war seiner dichterischen Natur nach Lyriker, und nichts als das. Die Epik war nicht sein Gebiet; erzählerische Fülle, fest umrissene und ausgeprägte Gestalten von Eigenart wird man vergeblich bei ihm suchen. Der Ansatz zum Erzählen verebbt bei ihm sofort in Bildern, Stimmungen, Reflexionen; kurz: in Lyrismen. In T 1898/99 I, Bl. 86 gesteht er selbstkritisch: :Ich habe offenbar nicht viel vom Erzähler in mir, und als sein größtes dichterisches Manko bezeichnet er den Mangel an Kompositionstalent. Stimmungen waren von jeher meine Force, schreibt er am 11.11.1893 an Marie Goettling, Gedanken und Stimmungen sind mein Element am 31.8.1894 an Kayssler - das aber charakterisiert den Lyriker. Kaum hat er mit einem Roman begonnen, muß er kapitulieren und zugeben, der Faden der Handlung sei ihm ausgegangen; die ist überhaupt meine schwache Seite (11.11.1893 an Marie Goettling), und eine Woche später an Friedrich Kayssler: Es ist eben keine Handlung darin (18.11.1893). Daß der geplante Roman nicht zur Ausführung kam, zur Ausführung kommen kοnnte, hat also tiefere Gründe und ist nicht oder doch keineswegs allein durch sein physisches Leiden oder die relativ kurze Lebenszeit zu erklären. (Zu Morgensterns Romanplänen vgl. auch Abt. Episches.)

Auch wo sich Morgenstern auf dramatisches Gebiet begibt (und er hat es getan), fällt sofort trotz oft lebendiger und schlagkräftiger Dialoge der Mangel an zielstrebig-gespannter Handlung auf, und die Neigung zum Atmosphärischen und zur Reflexion überwiegt auch hier. Als der Dichter mit einem dramatischen Plan beschäftigt war, warnte ihn Friedrich Kayssler (am 13.6.1902): "Hüte dich vor dem Übermaß von Gedankeninhalt auf Kosten der dramatischen Handlung." Wie sehr anfangs bei ihm alles im Ungewissen schwankte, zeigen einander widersprechende Äußerungen. Einmal glaubt er das Dramatische als sein eigentliches Zukunftselement entdeckt zu haben (26.5.1904 an Kayssler), dann wieder muß er dem Freund gestehen: Ich bin eben kein Dramatiker (14.9.1906). Für ein groß geplantes Savonarola-Drama gilt daher dasselbe wie für den Roman: es konnte nicht geschrieben werden. In seiner ersten poetischen Prosa-Skizze Eine humoristische Studie von 1893 sagt der Held der Erzählung, der ein dramatisches, dann, als er mit diesem scheiterte, ein Opernwerk schaffen wollte, resigniert von sich: Gedanken habe ich übergenug [...], aber der Stoff, die Handlung - da habe ich noch nichts Rechtes gefunden... Das klingt wie ein kaschiertes Selbstbekenntnis Morgensterns - und ist es wohl auch. Der Dichter hat später auch hier seine Grenzen deutlich gesehen: Zum Drama werde ich nie gelangen, ich habe von Natur nicht das Zeug dazu, und mich aufs Drama hin zu disziplinieren, dazu fehlt [...] Zeit und Energie [...] Daran wird auch mein Roman scheitern (T 1906/07, Bl. 64, datiert 14.10. [1906], Aphorismen Nr.126).

Die aufgezeigten Grenzen von Morgensterns dichterischer Begabung werden in der literarischen Forschung vor allem von Otto Glatz gesehen: es fehle dem Dichter "sowohl an dramatischer Begabung wie auch am notwendigen episch-realistischen Sinn, um irgendeine Idee in eine Begebenheit umzusetzen und als Geschehnis in der Zeit auszuspinnen" (S.225).

Ist dem Dichter die literarische Großform versagt, so ist ihm die Kleinform des lyrischen Gedichts gemäß. ("Kleinform" kennzeichnet hier die Gattung, nicht etwa den Wert.) Damit hängt es wohl auch zusammen, daß Morgenstern meist Versbände geringen Umfangs herausgab, ein Umstand, den sein Verleger Piper (wie schon früher S. Fischer, der ansehnliche Bände wünschte, T 1911, Bl. 141) einmal beanstandet hat und doch nicht ändern konnte. Morgenstern begründete allerdings, warum er nicht warten könne, bis er ein dickes Buch Verse vor sich habe: Dazu gehören [...] andre Lebensläufe, andre Temperamente und schließlich andre Lebensaufgaben als die meinen. Ich konnte nicht warten, weil ich seit 20 Jahren nicht weiß, ob ich das nächste Jahr noch erlebe, ich durfte nicht warten, weil ich keine andre Möglichkeit hatte, nach und nach zu wenn auch noch so bescheidenen Existenzbedingungen zu gelangen, ich wollte nicht warten, weil ich (meistens wenigstens) etwas zu sagen hatte, wovon ich glaubte, daß es den Mitlebenden dienen, ja vielleicht sogar helfen könnte. Deshalb habe ich meine Produktion, wie Sie sagen - bisher - vertröpfeln und verzetteln müssen (T 1911, Bl. 142).

Noch kurz vor seinem Tode setzte er sich energisch zur Wehr, als ihm Piper das System einer Vertröpfelung vorhielt: [...], da [...] ich mich den Kuckuck darum schere, ob etwas dick oder dünn ist, was ich [...] meinen Mitmenschen mitteilen möchte (Briefentwurf an R. Piper vom März 1914 auf Tagebuchseiten). Allerdings wußte er sehr genau, daß die literarischen Kleinformen seine Domäne waren: Ich bin der Gefangene der Lyrik und etwa noch der kurzen und unverbindlichen persönlichen Aufzeichnung geworden und werde vermutlich nicht mehr freikommen (T 1906/07, Bl.65, vgl. Abt. Aphorismen, Kommentar zu Nr. 126).

Der Drang zur lyrischen Äußerung tritt früh hervor. Die ältesten erhaltenen Verse stammen vom dreizehn- und vierzehnjährigen Breslauer Gymnasiasten. Es sind vorwiegend Scherzgedichte, wie sie unter aufgeweckten Schülern früher im Schwange waren; Motive aus dem Schul- und Familienleben werden in ironisch-satirischen Versen geschildert.

Das satirische Moment ist also von vornherein da. Daß es über das schülerhafte Vergnügen an Spaß und Spott hinausgeht, zeigen die Verse, mit denen der Vierzehnjährige Friederike Kempner witzig und höchst sachverständig parodiert. Auch die Leichtigkeit im Verseschmieden, die Schmiegsamkeit der Sprache erheben die frühen poetischen Versuche über den konventionellen Durchschnitt und deuten auf Späteres. Sinn für komische und groteske Situationen verbindet sich mit Freude am freien und geistreichen Spiel mit der Sprache. So unbeholfen natürlich vieles anmutet, ist doch in den frühen Versen ein wesentliches Stück des späteren Morgenstern in nuce vorgebildet. Wenige Seiten einer Vergil-Übersetzung in Hexametern weisen auf den Dichter des Horatius Travestitus und den begabten Übersetzer voraus. Ein gereimtes, bei flüchtigem Blick parodistisch gemeintes Volapük-Gedicht scheint auf Das grosse Lalula der Galgenlieder vorauszudeuten. Das Vergnügen an einer Geheimsprache war Morgenstern von Kindheit an gegeben und ist ihm zeitlebens geblieben. Aber gerade hier verrät genaueres Hinsehen Morgensterns Lust auch an sprachlichem Versteckspiel: die Volapük-Verse sind, soweit übersetzbar, von emphatischem Ernst erfüllt und rufen die Menschen auf, Mut und Kraft, Ausdauer, Hoffnung und Glaube zu verbreiten. Sie gipfeln in Worten, die der späte Morgenstern geschrieben haben könnte: Gott ist Liebe! Freundschaft, Liebe, Friede (Übersetzung von Maurice Cureau). In diese Jugendperiode gehört auch das eine oder andere Gedicht in lateinischer Sprache, gehören die wenigen Stücke in bayrischer Mundart (s.S. 505 ff.), wie sie Morgenstern durch seine Kindheit in München und Oberbayern vertraut war, und diese zählen zu den liebenswürdigsten Hervorbringungen seiner frühen Jahre.

Mit dem entwicklungsbedingten geistigen Durchbruch treten in den Versen, die Morgenstern etwa von seinem siebzehnten Jahre an schreibt, die für ihn charakteristischen Züge eines verantwortungsbewußten Ethos, einer umfassenden Menschenliebe, eines zielbewußten Höherstrebens (Ad astra sei die Losung ( = Zu den Sternen, lat.) schreibt er auf einem mit 24.6.1888 datierten Einzelblatt) und ein didaktisches Moment von mitunter missionarischem Eifer hervor: Schon als kleiner Junge fühlte ich den inneren Drang in mir, das Volk zu belehren, heißt es in der Vorrede der noch aus den Schülertagen stammenden humoristischen Mineralogia Popularis (Gedichte aus meiner Jugend, Bl. 40) und Einzelblatt 1888:

Schenk, Muse, mir die rechte Kraft,
Zu sagen, wie ich ’s denke,
Und daß das, was mein Geist erschafft,
'Auch andre Geister lenke.

In der frühen Prosaarbeit Eine humoristische Studie von Anfang Januar 1893 hat der Held der Erzählung nach Morgensterns Angabe

manchen Zug von mir bekommen (T 1892/93, Bl. 14).-Er schwankte beständig zwischen tiefem Ernste über die Jämmerlichkeit alles Irdischen und einer unbezähmbaren Lachlust über ebendasselbe. Und Hand in Hand mit diesen beiden extremen Stimmungen ging ein ungewöhnlich starker Trieb zum Reformieren, zum Erziehen. [...] Ich hatte von jeher Neigung zum Dozieren, zum Erziehen. (Eine humoristische Studie, Abt. Episches).

Aus demselben Jahr stammt ein Brief an Elisabeth Reche, die die dritte Frau seines Vaters werden sollte und das Weib wurde, das ihn mit Hasse schlug (vgl. Kommentar zu Meinem Freunde Friedrich Kayssler, S. 818). Morgenstern spricht in diesem Brief (vom 22. August 1893) von einem Grundzug seiner Natur. Es ist der heißeste Trieb in mir, den Schein zu entlarven, die Nuß in ihrer Hohlheit aufzuzeigen und das Gift auszubrennen, wo ich es finde.

Im Grunde ist Morgensterns Lyrik von Anfang an ein großes monologisches Selbstgespräch, ein Kreisen um das eigene Ich, das der Dichter zu erkennen sucht. Am 26.8.1912 schreibt er an Margareta Morgenstern: Ich bin kein Schriftsteller in summa, kein Bildner aus dem Vollen, sondern nur ein nach dem Dichterischen hin veranlagter Aufzeichner meines Menschen, vom Nichtigsten bis zum Wichtigsten. Ein Tagebuchschriftsteller, ein Notizeur. Julius Bab nennt in diesem Sinne Morgensterns Gedichtbände "eigentlich eine lückenlose poetische Tagebücherei" und "Notizen eines Dichterlebens" (Christian Morgenstern. "Die Hilfe" 20 (1914) S.292). Bernhard Martin spricht seinen Dichtungen "weithin das Gepräge eines Tagebuchs in Versen" zu (S. 14), und auch im Du, im Freund und in der geliebten Frau, sucht er das alter ego. Bezeichnend dafür ist die auffallend große Zahl Gedichte, die mit "Ich" beginnen (Martin, S.85) oder in denen das erste persönliche Fürwort zentrale Bedeutung hat. Beginnen die Gedichte mit dem zweiten Personalpronomen "Du", dann ist mit diesem in nicht wenigen Fällen das erste gemeint: der Dichter redet sich selber an. "Wer bin ich?" - diese große Grund- und Rätselfrage unseres Lebens ist vor allem die Frage des Heranreifenden, dem die eigene Existenz erstmalig bewußt wird. Für Morgenstern bleibt sie die Grundfrage, wenn auch das solipsistische Selbstverständnis später zum Weltverständnis wird. Sehr früh schon ist ihm die Gleichung Mensch-Gott vertraut, wenn sich auch die Hybris des Nietzscheschen Übermenschen bei ihm zur Demut der von Rudolf Steiner erschlossenen kosmischen Christologie wandelt.

Wie jeder geistig lebende Mensch hat auch Morgenstern fremdes Ideengut aufgenommen und sich angeeignet. Die Frage der Einflüsse und ihr Niederschlag im Werk (mit den Namen Schopenhauer, Nietzsche, Dostojewski, Lagarde, Steiner sind die wichtigsten Einflußsphären angedeutet) ist vorzugsweise eine Frage der inneren Biographie. Die Entwicklung des Lyrikers läßt mannigfache Einflüsse auf Stil und Sprache erkennen, ja, es ist leicht, stilistische Vorbilder aufzuzeigen. Morgenstern war eine weiche, schmiegsam-anpassungsfähige Natur; das Sich-in-an-dere-Hineinfühlen fiel ihm leicht. Daher seine Begabung für Sprachen und für das Übersetzen. Bezeichnend ist aber auch ein mehr oder weniger bewußtes oder unbewußtes Sichanverwandeln fremder Formen. Bei seiner Fähigkeit zur Selbstbeobachtung und Selbsterkenntnis hat er auch das gewußt. In einem seiner Tagebücher (T 1907 II, Bl. 42) findet sich der Vierzeiler:

Da ich leicht beweglich bin,
geb ich gern mich manchen hin,
singe gern, wie jene sangen,
und das Herz mir just bezwangen.

Nach der ersten, der naiven Phase seiner Lyrik strömt in der zweiten Phase Welt auf den Dichter ein, und das bedeutet bei Morgenstern auch: Literatur. Die Schmiegsamkeit seines Naturells bedingt das ständig sich wandelnde Hineinfühlen in enthusiastisch aufgenommene gedankliche und formale Strömungen innerhalb des ihm bekannt werdenden Schrifttums. In seiner pubertären Lyrik sind durchaus epigonale Anklänge auffindbar: an den Vormärz, an die dünnblütige Nachromantik eines Geibel, an den aufkommenden naturalistischen Ton bei Holz und Schlaf. Morgenstern will dichten, weil er nicht anders kann. Dichten ist seine Art, sich zu äußern, ja man ist versucht zu sagen: zu leben. Er tat das jederzeit aus heißem Herzen (so nannte er bezeichnenderweise eine Sammlung seiner Jugendlyrik, die er 1892 seinen Eltern zu Weihnachten schenkte), aber dabei tastet er nach Ausdrucksmitteln und -formen, die er vorfand -keinem jungen Dichter wird es, wenigstens in seinen Anfängen, anders gehen. Von diesen Jugendversen hat Morgenstern nichts in die von ihm veröffentlichten Bücher aufgenommen.

Das tiefste, ihn vorübergehend ganz erfüllende und verwandelnde Erlebnis seiner jungen Jahre heißt Nietzsche und trifft den dreiundzwanzigjährigen Studenten während des Breslauer Winters 1895/94. Der Einfluß Nietzsches auf Morgenstern ist gar nicht zu überschätzen. Der Dichter bekennt, daß Nietzsche mein eigentlicher Bildner und die leidenschaftliche Liebe langer Jahre wurde (Abt. Aphorismen Nr. 1). Morgenstern ist später über Nietzsche hinausgewachsen, hat ihn verneint, aber ganz überwunden und abgetan war er für ihn wohl nie. Von Nietzsche her wurden Form und Sprache seines gedruckten Erstlings In Phantas Schloss (1895) bestimmt, den er Dem Geiste Friedrich Nietzsches widmete und der Mutter des Philosophen verehrungsvoll zusandte. Von Nietzsche stammt der hymnisch-dithyrambische, vielfach freirhythmische Vers. Von Nietzsche aber wurde noch etwas anderes in Morgenstern nicht so sehr angeregt als vielmehr als eigene, ursprüngliche Anlage freigelegt, bewußt gemacht und von da ab gepflegt: das blitzartig erhellende aphoristische Denken, das sich dem systematischen Denkprozeß widersetzt. In seinem Werk heißt das: die beiden nachgelassenen, aber von ihm bei Lebzeiten geplanten Sammlungen Stufen (der aphoristische Denker) und Epigramme und Sprüche (der aphoristisch-didaktische Lyriker).

In der knappen, epigrammatisch zugespitzten Form hat Morgenstern sein Bestes an ernster Lyrik gegeben. Da ihm das folgerichtige Entwickeln von Gedanken nicht gemäß war, war ihm auch nicht gemäß die große Form. Wo er weit Ausgreifendes unternimmt, mißlingt es oder bleibt Fragment. Der hymnische Stil ist Stil jugendlicher und jugendgemäßer Selbstäußerung. Er wandelt sich naturgemäß später zu schlichteren Formen und Aussageweisen; das liedhafte Gebilde und kürzere lyrische Stimmungsbild treten hervor. Der Jugend gemäß ist aber das Greifen nach großarti-

gen, weitgespannten Projekten, selbst und gerade dort, wo sie die vorhandene Schöpferkraft übersteigen. Das maßlose Wollen und Planen, das meist ungestaltet verlodert und verglüht, hat hier seinen Grund. Es spricht aber auch für Morgensterns Neigung zu zyklischen Zusammenschlüssen (vgl. den Abschnitt Zyklen-Pläne, S. 711 ff.). Wichtig war ihm die Anordnung der Gedichte in Gruppen und diese Gruppenreihe wiederum zu einem größeren Komplex zu vereinigen (14.9.1906 an Friedrich Kayssler). In den Berliner Jahren, in denen Phanta erscheint, trägt er sich mit allerlei weitgespannten zyklischen Plänen, hochgetürmten lyrisch-hymnischen Monumenten, lyrischen Kosmiaden und Kosmogonien, Symphonien und Gesängen. Ein kosmisches, naturhymnisches Grundgefühl dominiert, verbindet aber den pathetischen Überschwang gemäß seiner Doppelbegabung mit grotesken und humoristischen Zügen. Schon der Phanta-Erstling hieß ja im Untertitel Ein Zyklus humoristisch-phantastischer Dichtungen, und das Wort humoristisch war hier in einem ausgesprochen weiten und tiefen Sinne gemeint: ein durch den unendlichsten Schmerz jubelndes Jasagen zu dieser Welt (T 1894 II, Bl. 112, Abt. Aphorismen Nr. 15). Zur gleichen Zeit, als Phanta entsteht, trägt sich der Dichter mit dem Gedanken einer Kosmiade vom Weltkobold, er plant einen Zyklus Sonnenaufgänge, eine lyrisch-epische Symphonie, die in vier musikalisch empfundenen Sätzen seine gesamte Welt- und Lebenserfahrung einfangen sollte (Abt. Aphorismen Nr. 1724-1875), Meergesänge im Stil der gemalten Meeres-Mythologie von Böcklin (Poseidon und Selene). Bei der Durchsicht der Nachlaß-Masse mit ihren zahlreichen Entwürfen und Fragmenten läßt sich im einzelnen oft nicht ausmachen, welches Bruchstück zu welcher Konzeption gehört, ja inwieweit nicht manche der verschieden benannten Pläne miteinander identisch sind. Was von alledem ausreifte, hat Morgenstern schließlich zum Teil an ihm geeignet erscheinenden anderen Stellen eingereiht. Unsere Ausgabe versucht, diese Zyklen, wenigstens andeutungsweise, wiederherzustellen und geschlossen darzubieten. Dadurch ergeben sich einige Überschneidungen insofern, als einzelne Gedichte zweimal erscheinen, einmal in dem Buchzusammenhang, in den sie Morgenstern gestellt hat, und dann noch einmal innerhalb des Zyklus, für den sie ursprünglich gedacht waren.

Jugend ist Zeit der Fülle. Lyrische Produktion quillt meist am stärksten in der Jugend. Die auf Phanta folgenden Gedichtbände Auf vielen Wegen (1897) und Ich und die Welt (1898), also noch immer Jugendwerke, sind die, umfangreichsten, die Morgenstern überhaupt veröffentlicht hat, und Phanta selbst stellt nur eine Auswahl aus einer weitaus größeren Menge poetischer Hervorbringungen zum Thema dar (vgl. Μ an Eugenie Leroi am 27.2.1895. Briefe. Auswahl (1952) S.63 f.). So war es möglich, aus dem bisher ungedruckten Nachlaß so etwas wie einen zweiten Phanta-Band zusammenzustellen. Einiges aus der Phanta-Zeit ist bereits in die genannten beiden folgenden Bücher eingegangen; Morgenstern wollte selbst das dritte Buch als Ergänzung des ersten und mehr noch des zweiten verstanden wissen (vgl. Ms Vorwort zu Ich und die Welt, S. 210). Dabei wäre vor allem an Gedichte aus dem Umkreis kosmischer oder phantastisch-visionärer Vorstellungen zu denken (Vier Elementarphantasien, Der Urton, Wohl kreist verdunkelt oft der Ball, Bahn frei!, Machtrausch). Friedrich Kayssler verstand Ich und die Welt als einen "Ergänzungsband", "eine Art Nachtrag" zu Auf vielen Wegen (an Μ am 27.1.1899).

Das zweite Buch ist Friedrich Kayssler, dem "Urfreund", gewidmet. Freundschaft, und zwar zu Männern und Frauen, tritt jetzt überhaupt stark und lebensbestimmend in Erscheinung; zahlreiche Widmungen einzelner Gedichte bezeugen es.

Von jetzt ab beginnt auch die äußere Umwelt (die, durch die Lebensumstände bedingt, häufig wechselt) sich in Morgensterns Lyrik zu spiegeln. Die Berliner Jahre, in denen die dortige Künstler-Boheme stark auf ihn wirkt, geben ihm das Erlebnis der Großstadt: ein Zyklus Berlin wird geplant. Er lernt das Meer und die nordische Landschaft, später, durch notwendige Kur- und Erholungsaufenthalte bedingt, die Schweizer und Tiroler Bergwelt und Italien kennen. Für wohl alle Stationen seines unra-stigen Lebens lassen sich poetische Bildskizzen in seiner Lyrik auffinden. Dem euphorischen Lebenstrieb des Lungenkranken begegnet er durch die ernste Auseinandersetzung mit dem immer mehr andringenden Gedanken an den Tod; der Tod wird eines der Bild- und Gedankenmotive seiner Dichtung, das ihn nie mehr verläßt.

Die erotische Sphäre hat Morgenstern jederzeit intensiv erlebt. In frühen Versen spiegelt sie sich naturgemäß mehr als Spielerei, als "Liebelei" im Vorfeld. Hinter dem vierten Buch des Dichters Ein Sommer (1900) steht aber ein Liebeserlebnis, noch nicht das "eigentliche" (das wird erst in dem Buch Ich und Du durchscheinen), aber doch eine sehr innige Beziehung (in Norwegen, wo er im Frühling und Sommer 1898 an seiner Ibsen-Übersetzung arbeitete). Er nannte das Buch (und meinte das Erleb-

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